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Krefeld
Modernisierung der Eisenbahnbrücken kostet gut 30 Millionen Euro

Krefeld: Modernisierung der Eisenbahnbrücken kostet gut 30 Millionen Euro
Die Säulen am Voltaplatz haben Bauwerke von Otto Wagner zum Vorbild. FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Für Krefelds Denkmalexperten Klaus Reymann haben die technischen Bauwerke mit ihren vielen Zitaten aus dem Jugendstil einen kulturhistorischen Wert. Die Stadtplaner sehen sie eher als Verkehrshindernisse. Von Norbert Stirken

Für den Krefelder Denkmalexperten Klaus Reymann sind die Krefelder Brückenbauwerke eindrucksvolle Zeugnisse ästhetisch anspruchsvoller Baukunst. Sie erinnern an den technischen Jugendstil des Kaiserlichen Hofbaumeisters Otto Wagner aus Wien, der über dessen Schüler August Biebricher und Joseph Maria Olbrich in die Seidenstadt gekommen ist. Für die Stadtplaner heutzutage bedeuten die Eisenbahnüberführungen hingegen vor allem eines: Sie sind Relikte einer vergangenen Zeit, die in ihren Dimensionen Engpässe und Hindernisse in der Infrastruktur darstellen. Und das soll anders werden.

Der Rat der Stadt soll in seiner Sitzung am Donnerstag, 8. Dezember, der Verwaltung grünes Licht für die Aufnahme von konkreten Gesprächen mit der Deutschen Bahn AG geben, um in den kommenden Jahren mehrere Brückenbauwerke zu ertüchtigen, abzureißen und neu zubauen. Schon 2018 soll es losgehen. Dann geht es Schlag auf Schlag. Mehr als 30 Millionen Euro muss die Kommune einplanen. Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz muss die Stadt Krefeld die Kosten für die Änderung nach ihren Wünschen selbst aufbringen. Gegengerechnet werden die Vorteile, die die Deutsche Bahn durch die Neuerungen hat, und entsprechende Zuschüsse. Das klingt kompliziert, ist es auch. Aus diesem Grund benötigen die Stadtplaner ein konkretes Mandat, um in die Verhandlungen einsteigen zu können. Unterm Strich bleibt sicherlich ein zweistelliger Millionenbetrag übrig, der allein von den Krefelder Steuerzahlern für die Modernisierung der Eisenbahnbrücken am Voltaplatz, an der Dießemer Straße, Zur Feuerwache, Kuhleshütte, Trift und Hausbend aufgebracht werden muss.

Die facettierten Fliesen erinnern an die U-Bahn in Paris. FOTO: Lammertz Thomas

Das größte Vorhaben ist die Optimierung der Eisenbahnüberführung am Voltaplatz mit Kosten von etwa 20 Millionen Euro, die 2019 begonnen werden soll. Die heutige Fahrbahnbreite von neun Metern lässt keine Vierspurigkeit zu. Die Gesamtbreite der Bogenfachwerkbrücke beträgt 16 Meter mit einer maximalen Durchfahrthöhe von 3,90 Metern. Geplant wird mit einer neuen Spannweite von 25 Metern und einem zusätzlichen Mittelpfeiler. Den rechtskräftigen Bebauungsplänen zufolge wären sogar 36 Meter Spannweite möglich. Die neue Durchfahrthöhe von 4,50 Meter soll durch das Absenken der Fahrbahn erreicht werden. Allein dafür fallen laut Hochrechnung neun Millionen Euro Kosten an.

Aus zwei macht eins. So sieht ein Plan für das Jahr 2020 aus. Demnach würde aus den beiden Eisenbahnüberführungen an der neuen Hauptfeuer- und Rettungswache und an der Dießemer Straße nur noch eine Brücke mit optimierter Durchfahrthöhe und Spannbreite übrig. Die Verbesserungen sind nötig, weil die Straße als "Not-Ausrückeweg" für die Rettungskräfte eine neue Bedeutung bekommen hat. Grobe Kostenschätzungen lägen noch nicht vor, teilt die Stadtverwaltung der Politik in einer Beratungsvorlage für die Sitzung des Ausschusses für Bauen, Wohnen und Mobilität am morgigen Mittwoch mit.

FOTO: Lammertz Thomas

Kuhleshütte und Trift stehen 2018 auf der Agenda: Es geht dabei auch um den Beginn des Ausbaus der Krefelder Promenade, die sich für Radler, Skater und Fußgänger von Forstwald bis Uerdingen zum Teil parallel der Hochgleise erstrecken soll. Zusätzlich zu größerer Spannbreite und Durchfahrthöhe kommen Rampen für die Nutzer der Promenade. Kalkuliert wird mit Gesamtkosten in Höhe von zehn Millionen Euro.

Die Durchfahrtbreite am Hausbend nahe Burg Linn sei bereits jetzt ausreichend dimensioniert. Lediglich an der Höhe möchten die Stadtplaner etwas ändern. Dazu müsste die Straße 70 Zentimeter abgesenkt werden. Die Deutsche Bahn müsste sicherstellen, dass das Brückenbauwerk ausreichend gegründet sei und die nötige Standfestigkeit aufweise, um solche Arbeiten durchführen zu können. Mit den Kosten für Straßenbahn und Kanalbau würde sich eine Ausgabe in Höhe von 2,5 Millionen Euro ergeben.

Quelle: RP
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