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Krefeld
Monika Brinner (Grüne): "Ich bin bekannter als Blondin"

Krefeld: Monika Brinner (Grüne): "Ich bin bekannter als Blondin"
Karsten Ludwig (23) und Monika Brinner (60) treten für die Grünen bei der Landtagswahl in den Wahlkreisen Krefeld Nord und Krefeld Süd/Tönisvorst an. FOTO: TL
Krefeld. Monika Brinner macht sich leise Hoffnung darauf, bei der Landtagswahl im Mai des kommenden Jahres ihren Wahlkreis 48 in Krefeld gegen die Konkurrenz von SPD und CDU zu gewinnen. Sie habe sich zehn Jahre lang als Diplom-Bibliothekarin an der Uni Essen/Duisburg beurlauben lassen, um ihren kommunalpolitischen Neigungen nachzugehen. Von Norbert Stirken

Ihre Rolle als Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin sei ein 40-Stunden-Job gewesen, sagte sie gestern im Parteibüro an der Rossstraße bei der Vorstellung der Landtagskandidaten.

"Ich habe auch die kleinen Termine wahrgenommen, habe Spenden gesammelt und mich für Jugend und Sport engagiert", sagte sie. "Ich bin bekannter als mein CDU-Widerpart Marc Blondin, falls er denn als Kandidat bestätigt wird", erklärte die 60-Jährige selbstbewusst. Sie ging ohne parteiinternen Gegenkandidaten ins Rennen um die Kandidatur im Krefelder Norden.

Bei der Aufstellung der Landesliste wolle sie keine Palastrevolution anzetteln. Für einen aussichtsreichen vorderen Platz werde sie ihren Hut nicht in den Ring werfen. Monika Brinner setzt auf die Direktwahl. "Was in Baden-Württemberg möglich ist, könnte auch hier Realität werden", prognostiziert sie. Ihre Themen seien Kinder, Jugend, Schule, Innere Sicherheit und Polizei. Ein Wort der Kritik über die Jugend- und Schulpolitik des Landes kommt erwartungsgemäß nicht über ihre Lippen. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Die Grünen) habe die Inklusion vorangetrieben und den Schulkompromiss vereinbart.

Brinner war zwölf Jahre lang Mitglied des Polizeibeirats in Krefeld und habe dort vertrauensvoll mit den Polizeipräsidenten zusammengearbeitet. Sie setze darauf, dass die Beamten besser geschützt werden müssten. So könne sie sich mit den umstrittenen Bodycams anfreunden, wenn der Datenschutz beachtet und die Aufzeichnungen des Beamten tatsächlich nur zur Aufklärung einer Straftat genutzt würden. Für Krefeld seien vier zusätzliche Beamte bewilligt worden, erklärte Monika Brinner. Mit diesen Kräften könne die Polizei mehr Präsenz zeigen und mehr Fälle aufklären. Zustimmung für eine Videoüberwachung, wie die CDU sie favorisiere, - etwa am Theaterplatz oder am Ostwall - gebe es von ihr nicht. Stattdessen befürworte sie eine "hoch angesiedelte Beschwerdestelle" über und auch für Polizeibeamte.

Karsten Ludwig ist 23 Jahre alt und geht schon zum zweiten Mal für die Grünen an den Start. 2012 bekam er 9,67 Prozent. Diesmal will er im Wahlkreis 47 (Krefeld-Süd und Tönisvorst) besser abschneiden. Ludwig hat 77 Prozent der Stimmen in Krefeld und Tönisvorst erhalten und sich gegen Sayhan Yilmaz durchgesetzt. Ludwig ist in beiden Städten gut vernetzt. Er sei in Tönisvorst aufgewachsen und engagiere sich dort ehrenamtlich zum Beispiel im Organisationsteam für die Rocknacht und in der evangelischen Kirchengemeinde. Nach seiner Ausbildung zum Erzieher studiere er soziale Arbeit an der Evangelischen Fachhochschule Bochum. Er habe gerade seine Bachelorarbeit abgegeben.

Politisch arbeitet er im Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten Ulle Schauws, im Vorstand des Kreisverbands und in der Bezirksvertretung Fischeln. Bei der Landtagswahl will er das demokratische Gegengewicht zur Alternative für Deutschland (AfD) sein. "Die werden bei der Landtagswahl in Krefeld wieder sichtbarer", meinte er. Bildung, Integration und Unterbringung von Flüchtlingen sowie die Digitalisierung von Verwaltungsvorgängen seien Schwerpunkte für die politische Arbeit.

Quelle: RP
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