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Krefeld
Mord: Ehedrama in Fischelner Tiefgarage

Frauenleiche in Krefelder Tiefgarage gefunden
Frauenleiche in Krefelder Tiefgarage gefunden FOTO: Samla
Krefeld. Aus Eifersucht will ein 55-jähriger Fischelner am Sonntagabend seine Ehefrau getötet haben. Die Polizei hält die Aussage des Mannes für glaubwürdig. Die Anwohner in der Mehrfamilienhaussiedlung Bergheimer Straße sind schockiert. Von Sebastian Peters

Gestern Vormittag deutet nichts mehr auf die grausige Tat hin, die ein 55-jähriger Lkw-Fahrer dort am Sonntagnachmittag begangen haben soll. Seine eigene Ehefrau hat er offenbar in einer Tiefgarage mit einem Hammer erschlagen. Die Polizei spricht von einer "sehr großen Anzahl von Schlägen."

In den benachbarten Geschäften des Fischelner "Einkaufstreff" wird am Vormittag noch gerätselt, was sich an der Bergheimer Straße abgespielt haben könnte. "Ausgerechnet hier in Fischeln", dieser Satz fällt immer wieder gestern Mittag; in der benachbarten Bäckerei, im Friseursalon, auch auf dem Fußgängerweg. Ein Mord in diesem bürgerlichen Stadtteil, in dem doch jeder jeden kennt? Das wollen die Anwohner, die zur Mittagszeit im Sturm spazieren gehen, nicht glauben.

Die Polizei glaubt dem 55-jährigen tatverdächtigen Ehemann seine Version der Geschichte: "Für uns bestehen keine Zweifel, dass er die Tat alleine begangen hat", teilte Gerd Hoppmann, Leiter der Mordkommission, gestern Abend mit. Es handelt sich offenbar um einen psychisch kranken Täter.

Die Version, die der Ehemann der Polizei berichtete, geht so: Gemeinsam habe das Ehepaar am Sonntagmittag Verwandte in einer benachbarten Gemeinde besucht. Es sei zu einem Streit gekommen. Seine Frau habe ihm dann gesagt, dass sie ihn verlassen werde und dass sie fremdgegangen sei. Er habe sich dann einen Hammer genommen und auf die Ehefrau eingeschlagen. Der Ehemann sagt, er habe sich dann selbst umbringen wollen, sich mehrere Schnittverletzungen zugefügt, sei aber bewusstlos geworden. Erst am Montag sei er wieder wach geworden. Mehrere Stunden vergingen.

Was ab Montagabend dann geschah, ist durch Telefonate und Polizeipräsenz wieder belegt: Der Tatverdächtige rief sowohl seine Schwester als auch seinen Chef, den Inhaber eines Speditionsunternehmens, an. Er könne nicht zur Arbeit kommen, es würde Blut fließen, deutete der Tatverdächtige gegenüber dem Chef an. Der Spediteur alarmierte am Montag um 17.56 Uhr die Polizei. Kurz nach der Polizei kamen auch die Angehörigen des Ehepaars zur Wohnung.

Die eintreffenden Beamten sahen vor Ort, dass sich der Mann Schnittverletzungen an den Unterarmen zugefügt hatte. Beim Warten auf den Rettungswagen gestand der Mann ihnen den Mord an seiner Ehefrau. Die Leiche befinde sich im Auto, welches in der Tiefgarage stehe. Er sei einfach ausgerastet, teilte der Mann mit.

Die Polizei ging zum Tatort und konnte dort alles so auffinden, wie beschrieben. Die 53-jährige Ehefrau lag in einem Pkw Skoda Octavia, Farbe: silbermetallic. Das Opfer habe massive stumpfe Gewalteinwirkung auf den Kopf erlitten, so die Polizei. In einem Abfallkorb in der Garage fand die Polizei das mutmaßliche Tatwerkzeug: einen 1000-Gramm-Hammer ohne Stiel. Das Fahrzeug stand laut Polizeibericht in einer Einzelgarage der Tiefgarage neben dem Mehrfamilienwohnhaus. Die Tiefgarage ist nach außen, wie auch jede Garage darin einzeln, mit Rolltoren gesichert.

Die Mordkommission wurde alarmiert und übernahm am Montagabend die Ermittlungen.

Der 53-jährige Lkw-Fahrer wurde zur Behandlung seiner Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und anschließend wegen Selbsttötungsgefahr zwangseingewiesen und polizeilich bewacht.

Die Leichte ist gestern bereits obduziert worden. Zahlreiche Hammerschläge hätten sie auf dem Kopf getroffen. Verletzungen an den Händen wertet die Polizei als Abwehrverletzungen.

Gestern Mittag untersuchten die Ermittler die Wohnung des Ehepaars nach Spuren. Auch wenn der Ehemann sich selbst als Täter nennt, muss die Polizei gerichtssicher beweisen, dass kein anderer die Tat begangen haben kann. Weiterhin sollen durch Ermittlungen im Umfeld und in der Familie der Eheleute die Hintergründe aufgeklärt werden, die zur Tat führten. Fälle häuslicher Gewalt wurden der Polizei vorher nicht bekannt. Aus den Angaben des Tatverdächtigen ergeben sich Gründe, die für verminderte Schuldfähigkeit sprechen, daher beantragte Staatsanwältin Sonja Pelka einen Unterbringungsbefehl.

Quelle: RP
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