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Krefeld
Müll an den Wegen sorgt weiter für Ärger

Krefeld: Müll an den Wegen sorgt weiter für Ärger
Bürger fordern zusätzliche Mülleimer auf städtischen Plätzen und in Grünanlagen sowie häufigere Leerungen. FOTO: Lez
Krefeld. Auf den Grünstreifen von Autobahnen und Bundesstraßen wächst der Abfallberg. Aber auch die Parks sind betroffen. Von Joachim Niessen

Sonnenstrahlen locken derzeit die Menschen in Parks und Grünanlagen. Doch in Krefeld kommt mit ihnen oft auch der Müll. Viele Bürger sind darüber sauer. An Autobahnen und Landstraßen sieht es nicht anders aus. Auffahrten werden zu Abfallsammelstellen. Die Reinigung der Straßen verursacht NRW-weit Kosten in Millionenhöhe.

Viele Leser haben der Redaktion ihre Gedanken über diese Art der Entsorgung von Verpackungen mitgeteilt. Ein Kavaliersdelikt sei das nicht. "Nie wird die Frage gestellt, ob und wie man grundsätzlich dagegen angehen kann. Vielmehr ruht man sich auf der Tatsache aus, dass es scheinbar nicht mehr Müll gibt als in den vergangenen Jahren", erklärt eine aufgebrachte Bürgerin.

Die Kritik richtet sich unter anderem an den zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW. Dieser bestätigte, dass auf den Krefelder Autobahnen im Jahr rund 1000 Tonnen Müll anfallen. "Besonders an Strecken, die viele Autofahrer nutzen, um in den Urlaub zu kommen, ist das Müllaufkommen groß", sagt Norbert Cleve, von Straßen NRW. Allerdings: Eine ausufernde Vermüllung der Grünstreifen kann er indes aber nicht feststellen. "Wir haben seit Jahren zwar ein hohes, aber ein konstantes Aufkommen an Müll", ergänzt er.

Straßen NRW lässt die Ränder der Autobahnen und deren Auffahrten ein bis zwei Mal pro Jahr reinigen. In Sonderfällen auch drei Mal. Anders schaue es an den Parkplätzen aus. "Dort wird zwei Mal pro Woche der Müll abgeholt, in den Ferien ein Mal mehr", so Cleve. Meistens würden dafür Fremdfirmen beauftragt. Wie viele Mitarbeiter eingesetzt würden und wann die Arbeiten erfolgten, könnten die Firmen im Rahmen des Auftrags selbst entscheiden.

Für unsere Leser ist das aber nur die eine Seite der Medaille: "Warum wird nicht gefragt, wie man ein anderes Umweltbewusstsein erreichen kann? Was muss im Elternhaus oder in den Bildungseinrichtungen passieren? Muss es Aktionen geben, bei denen Klassen den Müll der Schule wegräumen, um dieses Bewusstsein zu entwickeln? Scheinbar haben Autos auch keine Aschenbecher mehr, so dass jede Kippe direkt draußen landet", heißt es in einer Mail. "Ich frage mich immer, ob sich die zweibeinigen Ferkel an anderer Stelle über verdreckte Ecken aufregen oder ob sie generell den Müll nicht wahrnehmen. Wünschen würde ich mir, wenn bei städtischen Reinigungsaktionen provokative Schilder aufgestellt würden wie ,Wir heben gerade Ihren Müll auf!' So könnte die Müllmenge in der Landschaft vielleicht nicht nur gleich hoch gehalten, sondern sogar auf Dauer gesenkt werden."

Auch zusätzliche Mülleimer auf Krefelder Plätzen und in Grünanlagen, häufigere Leerungen auch am Abend und mehr Stadtkontrollen, sind Bürger-Vorstellungen mit denen dafür gesorgt werden soll, dass die Stadt insbesondere in den Sommermonaten sauberer aussieht. Der Begriff "Wohlstandsverwahrlosung" macht immer wieder die Runde. Das Ergebnis: Es fehle die innere Einstellung. Viele Menschen könnten nur mit Strafen oder Bußgeldern zu einem anderen Verhalten gebracht werden. Dafür seien Kontrollen unabdingbar nach dem Motto "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser".

Übrigens: In den Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebs fallen neben den Autobahnen beispielsweise auch die Bundesstraßen. Ehrenamtliche Müllsammler kritisieren die Zeiträume, in denen dort die Grünstreifen gereinigt würden. Meist warte man so lange, bis im wahrsten Sinne Gras über den Müll gewachsen sei. Die Folge: Beim Mähen der Seitenstreifen würde der Müll gehäckselt und bliebe am Straßenrand liegen. Die Müllsammler regen daher an, den Unrat bereits im Februar oder März zu entfernen, bevor Gras und Sträucher wieder wachsen. Fazit: Da auch der Landesbetrieb nur begrenzte finanzielle und besonders personelle Ressourcen hat, ist in diesem Fall in nächster Zeit wohl nicht mit einer Verbesserung zu rechnen.

Quelle: RP
 
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