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Krefeld
Museen Esters und Lange auf 30 Seiten erklärt

Krefeld. Es ist ein Schnelldurchlauf durch knapp 90 Jahre Krefelder Kunst- und Architekturgeschichte: Das druckfrische Heft "Die Häuser Lange und Esters in Krefeld" erklärt kurz und fundiert, wie die von Bauhaus-Architekt Ludwig Mies van der Rohe konzipierten Stadtvillen an der Wilhelmshofallee in den 1920er Jahren entstanden, wie aus den Wohnhäusern der Krefelder Unternehmer Museen wurden und wie namhafte internationale Künstler sie mit ihren Werken bespielt haben. Von Petra Diederichs

Birgit Hammers, Dozentin für Kunstgeschichte an der RWTH Aachen, erklärt auf 30, reich bebilderten Seiten, die Bedeutung des Architektur-Ensembles, das lange von der Forschung kaum beachtet wurde, aber heute unbestrittene Bedeutung im Werk des Architektur-Avantgardisten Mies hat.

Hammers, die über Mies promoviert hat und zurzeit an ihrer Habilitation über die Wahrnehmung von Architektur arbeitet, widmet der Planung der Stadtvillen viel Raum, geht auf die Besonderheit der von Mies und in der Region Krefeld gleichermaßen geschätzten Backsteine ein (und die nicht sichtbare Stahlunterkonstruktion der Häuser) und bezieht Stellung zu der oft formulierten Kritik: Mies habe auf Wunsch der Bauherren so viele Zugeständnisse machen müssen, dass die Villen lediglich ein Kompromiss seien. Hammers Schlussfolgerung nach ausgiebigem Quellenstudium: Mies konnte seine Architektursprache so flexibel an konkrete Bauaufgaben anpassen, dass die Häuser "nicht als abgespeckte Version des ursprünglichen Entwurfs zu betrachten sind, sondern als gleichwertige Variation des Themas gelten müssen". Es gibt (auch bildliche) Einblicke in die Häuser, als sie bewohnt und möbliert waren. Auch auf besondere Ausstellungen seit der Nutzung als Museum (Haus Lange ab Mitte der 50er und Haus Esters ab Anfang der 80er Jahre) weist die Schrift hin. Yves Klein, der 1961 der erste Künstler war, der mit seiner Ausstellung auf die Architektur einging, und John Baldessari, der 2009 die Häuser mit zugebauten Fenstern zeigte, markieren das Thema. Auch die Gärten werden beschrieben.

"Es ist eine überaus wichtige Publikation", sagt Sylvia Martin, stellvertretende Leiterin der Krefelder Kunstmuseen. "Denn neben den gewichtigen und teuren Publikationen, die inzwischen allerdings auch vergriffen sind, fehlte eine Broschüre, die auf die Schnelle die Geschichte und Architektur der Häuser vorstellt." Das Heft ist in der Reihe "Rheinische Kunststätten" des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz erschienen. Es kostet 4 Euro und ist an der Museumskasse erhältlich..

Quelle: RP
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