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Krefeld
"Music made in Krefeld" auf neuer CD

Krefeld: "Music made in Krefeld" auf neuer CD
Piet Fischer mit der Platte, auf der 23 Krefelder Bands versammelt sind. Es gibt sie auch als Doppel-CD. FOTO: Philip Lethen
Krefeld. Im Rahmen des "Krefelder Perspektivwechsels" ist eine Platte mit Bands der Krefelder Musikszene produziert worden. Piet Fischer - selber Musiker in einer Band- stellt die 23 Formationen in einer Kolumne vor. Wir beginnen mit "Smot". Von Jens Voss

Spricht man mit Philip Lethen über Musik, gerät er ins Schwärmen über das, was man in der Krefelder Szene heutzutage an Vielfalt und Qualität antrifft. Er hatte sich im Rahmen des Wettbewerbs "Made in Krefeld - zeige, was in deiner Stadt steckt" mit der Idee beworben, Krefelder Bands auf einer CD vorzustellen. Er bekam den Zuschlag - das Ergebnis ist jetzt im Handel: eine Doppel-CD mit 23 Bands, auch als Vinyl-Platte erhältlich. Wir nehmen das Erscheinen der CD zum Anlass, die Bands vorzustellen - und laden so zu einer Reise durch die Krefelder Musikszene ein. Zudem bereitet die Reihe ein zweitägiges Festival vor, bei man die Bands auch live sehen und vor allem hören kann.

Lethen ist quasi befangen - er macht selbst Musik, und zwar mit "Construction Set", die Alternativen Rock "mit schwerem 80er-Jahre-Einschlag" (Lethen) macht. Die Bandbreite auf der CD ist groß. Sie reicht von 70er-Jahre Elektronik-Musik von "You" über Singer-Songwriter bis hin zu Soul, Pop und Jazz wie "Alex's kept secret".

Zwei Bands auf der CD wurden in einem Wettbewerb ermittelt - gewonnen haben Björn Gögge, ein Solo-Künstler mit hinreißendem Streichersound im Hintergrund (Lethen: "ein bisschen soundtrackmäßig") und die Formation "Frau Matthei singt", eine fünfköpfige Band, die nach eigenen Worten "zwischen Eigenkompositionen und neu interpretierten Stücken aus unterschiedlichen Stilphasen" hin- und herwandert. Diese Welt der Krefelder Musik stellt für uns Piet Fischer vor; er wird in den kommenden Tagen die 23 Bands in bewusst subjektiv gehaltenen Texten vorstellen. Fischer ist selber auch Musiker in der Band "Pavallion", die auch auf der CD vertreten ist.

Nun also der Auftakt für unsere Reihe - Piet Fischers erste Kolumne.

Ich will das mal ganz naiv angehen. Weil ich's auch gar nicht anders kann. Also, da gibt es jetzt diesen Sampler, und darauf sind Songs von Krefelder Bands. Der erste ist von SMOT. Was mag dieser Bandname wohl bedeuten? Sieht aus wie ein Akronym. Silja, Martin, Oliver ... aber dann müsste der Bassist Tandreas heißen, was er nicht tut. SMOT, das klingt rotzig. Nach eigener Definition der Band steht es für "Salon Punk". Da bin ich ja mal gespannt. Salonfähige Punkmusik, also quasi ein musikalischer Spagat als Opener des Krefeld-Samplers. Ob sich Kurator Philip Lethen etwas dabei gedacht hat? Wahrscheinlich.

So ein Spagat ist ja ein ganz gutes Sinnbild für die Bandbreite der Krefelder Musikszene. Der Song "Pull the Trigger" bummst jedenfalls ordentlich. Mit anderen Worten: Geht gut nach vorne, und macht live bestimmt richtig Spaß. Ich hasse das Wort, aber es rockt. Wir hören hier ein spielerisch hohes Niveau, transparenten, differenzierten Sound, eigentlich ganz und gar unpunkig. An irgendwas erinnert mich der Refrain, herrje, aber ich kann jetzt unmöglich die Haldern-Pop-Playlists der letzten Jahre durchhören, nur um rauszufinden, was es ist. Es ist jedenfalls frisch und ungehört. Kein Hit von Anfang an, eher einer, den man erst nach dem dritten Hören nicht mehr los wird. Hat etwas von No Doubt, aber nur etwas.

Das hängt sicher auch mit der Stimme von Sängerin Silja Steffestun-Gottschalk zusammen, die sich mit unkonventionellen Melodien frech, sexy, kraftvoll bis süß durch die Zeilen heisert. Drummer Oliver Griethe hinterlegt das Ganze mit wohldosiertem Tempo, während Andreas Giannakopoülos am Bass spielfreudig das Fundament groovt. Darüber wämst und bendet die Gitarre von Martin Smeets, und oh, was ist das? Höre ich da eine Geige im Hintergrund? Tatsächlich, in den Credits steht auch Elke Münnix. Mein Fazit: Gute Wahl für den ersten Samplersong. Er macht nämlich Lust auf den nächsten - und auf das Festival!

Quelle: RP
 
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