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Krefeld
Musikerinnen loben Serenaden-Publikum

Krefeld. Bläserkammermusik war angekündigt für die 9. Serenade im Rittersaal der Burg Linn. Doch das "Rheinklang Quintett" musste sein Krefelder Debüt kurzfristig absagen. Dank der Vermittlung der Werner Richard (Dr. Carl Dörken Stiftung Herdecke) sprang das "Duo Melagrana" ein, und verstand es bestens, ob dieser Änderung beim Publikum keinerlei Enttäuschung aufkommen zu lassen. Die Hagener Klarinettistin Lina Neuloh (26) und die drei Jahre ältere Pianistin Mane Davtyan spielen seit dem Jahre 2015 zusammen und sind beide noch auf dem Weg zu ihrem Masterexamen - Neuloh an der Hochschule Hanns Eisler in Berlin - Davtyan an der Kölner Musikhochschule. Von Heide Oehmen

Die beiden jungen Damen scheinen sich gesucht und gefunden zu haben - fußend auf hohem technischem Standard und interpretatorischer Sorgfalt, ergänzen sie sich optimal. Lina Neuloh strotzt nur so vor musikantischem Schwung und mitreißendem Temperament, während die aus St. Petersburg stammende Mane Davtyan ihre durchaus vorhandenen Emotionen kontrolliert einsetzt.

"Einige der schönsten Werke für unsere Besetzung haben wir ihnen mitgebracht", sagte die Klarinettistin in ihrer freundlichen Begrüßung. Damit hatte sie nicht übertrieben, denn die schwärmerischen "Fantasiestücke op.73" von Robert Schumann, die kapriziöse, für Interpreten wie Zuhörer immer wieder Unerwartetes bietende "Sonate für Klarinette und Klavier" von Francis Poulenc (1899-1963) oder das hoch virtuose und dennoch melodiöse "Grand Duo Concertant Es-Dur op.48" von Carl Maria von Weber gehören zweifellos zu den Filetstücken der Werke für diese Besetzung. Das beispielhaft aufeinander hörende Duo ließ das faszinierte Publikum ebenso teilhaben an schwärmerischen Kantilenen wie an minuziös ausgearbeiteten, halsbrecherischen Tonkaskaden.

Mit Claude Debussys (1862-1918) "Premiere Rhapsody", geprägt von changierenden Farbschattierungen, kam noch der Impressionismus ins Spiel, und mit Johannes Brahms' Klarinettensonate Es-Dur op.120/2, einem reifen und klangintensiven Spätwerk, endete das ausgewogene Programm, für das die Zuhörer enthusiastisch dankten. Ein "Prélude" von George Gershwin brachte noch einmal viel Schwung in den gut gefüllten Konzertraum, und dann dankte die Klarinettistin dafür, dass das Publikum ihr und ihrer Begleiterin "viel gegeben habe". Eine ganz besondere, selten zu hörende Aussage.

Quelle: RP
 
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