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Krefeld
Musikschul-Big Band glänzt mit Top-Star aus USA

Krefeld. Vor ausverkauften Saal empfing am Freitag die Jazz Swing College Band der Musikschule ihren Stargast, den Posaunisten Bill Watrous, und das solide im Swing verwurzelte, aber keineswegs schmalspurig fahrende Schüler-Ensemble harmonierte ausgezeichnet mit dem überwiegend Bebop-inspirierten Top-Solisten aus den USA. Mit bemerkenswerter Souveränität gingen Bandleader Oliver Hirschegger und die Seinen die Herausforderung an, mit einem zu musizieren, der in den besten Big Bands der 1960er und 70er Jahre zuhause war, und sie enttäuschten weder ihn noch das Publikum.

Mit einem temperamentvollen "Count Bubba", einem lyrischen "Remember Clifford" und einem flott perlenden "Windmachine" bereiteten sie den Auftritt des Meisters vor, und nachdem dieser seinen anfänglichen Streit mit den Mikrophonen dank Hirscheggers Hilfe zu seinen Gunsten entschiedenen hatte, verwöhnte er das Publikum mit den besonderen Stärken seines höchst individuellen Posaunenspiels. Ein sanfter, leicht höhenbetonter und ausgesprochen vokaler Ton stand in reizvollem Gegensatz zu seinen boppig-frechen Notenfolgen, und die wiederum speisten sich aus einer geradezu genialen Atemtechnik, aufgrund derer Watrous scheinbar mühelos Läufe hervorsprudeln ließ, die gerade auf der Posaune ans Unmögliche grenzten und Note für Note ihren Meister lobten.

Darüberhinaus strahlte der immerhin 76-Jährige eine ansteckende Spielfreude aus und genoss es, auch Ungeprobtes mit den Musikern zu spielen. Dabei kamen immer wieder schöne Soli aus den Reihen der Big Band selbst. z.B. von Flügelhorn, Trompete und Gitarre, vor allem aber von Markus Giesen am Klavier und Luca Winckmann am Tenorsaxophon.

Und ein zweiter Gast eroberte das Publikum im Sturm, nämlich die Sängerin Mara Minjoli. Hatte sie in "Feeling Good", das sie eher im Stil von Shirley Bassey als dem von Nina Simone" vortrug, noch einen schweren Stand gegen die Power der Band, so gelang "We'll Be Together Again" aus dem Repertoire von Billie Holiday schon viel besser, und auf den Spuren der großen Ella Fitzgerald mit "After You've Gone", " No More Blues" und "Angel Eyes" lieferte die junge Bochumerin ihr Bestes, ohne dabei ihre Möglichkeiten zu überschätzen.

Das gemeinsame Finale mit Stevie Wonders "I Wish" war eine echte Krönung und zog "All Of Me" als Zugabe nach sich.

(mojo)
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