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Familiendrama in Krefeld
Mutter wird in die Psychiatrie eingewiesen

Familiendrama in Krefeld: Mutter wird in die Psychiatrie eingewiesen
Nachbarn haben Kerzen vor dem Haus aufgestellt, in dem die Tragödie passierte. FOTO: Lammertz, Thomas
Krefeld. Einen Tag nach dem Familiendrama in Krefeld sind die drei schwer verletzten Kinder außer Lebensgefahr. Sie waren aus dem zweiten Stock ihres Hauses gestürzt. Die tatverdächtige Mutter kommt in eine psychiatrische Klinik. 

Die Kinder im Alter von drei, fünf und sechs Jahren waren in der Nacht zum Montag aus dem zweiten Stock eines Hauses in Krefeld gestürzt. Ein Fahrradfahrer hatte die Kinder auf dem Gehweg gefunden. Sie erlitten lebensgefährliche Verletzungen. "Ihr Gesundheitszustand ist stabil", sagte eine Polizeisprecherin  am Dienstagmorgen. Dennoch seien die Verletzungen ernst. Die Polizei verdächtigt die Mutter, die Kinder aus dem Fenster der Wohnung geworfen zu haben. Anschließend habe die 33-Jährige versucht, sich umzubringen.

Aus dieser Dachgeschosswohnung fielen die Kinder. FOTO: dpa, mku gfh

Die Mutter ist am Dienstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Krefeld vorgeführt worden. Das Gericht ordnete Ihre einstweilige Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an. Nach den Hinweisen eines Psychiaters gebe es Zweifel an ihrer Schuldfähigkeit, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Zum Tathergang hat die 33-Jährige bei ihrer Vernehmung bislang keine Angaben gemacht. Sie stehe, erklärt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Krefeld, aber unter dringendem Tatverdacht, ihre Kinder aus dem Fenster geworfen zu haben. Was in der Wohnung aber genau geschehen ist, wollen die Ermittler noch nicht sagen.  

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Im Krefelder Stadtteil Hüls ist die Bestürzung groß. Die 33-Jährige galt bei Nachbarn als liebevolle Mutter. In der letzten Zeit hätte sich die Frau aber verändert, sie sei stiller und ängstlicher geworden und habe den Kontakt zu mehreren Bekannten abgeborchen. Es soll auch Probleme in ihrer Partnerschaft gegeben haben.

Unterdessen prüft das Jugendamt, bei wem die Kinder künftig leben sollen, wenn sie das Krankenhaus verlassen haben. Infrage kommt der leibliche Vater, aber auch eine Pflegefamilie. 

(lsa/top/lnw)
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