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Krefeld
My Fair Lady: Ein Blumenmädchen erobert ab morgen die Krefelder

Krefeld. Das Musical war ein Dauerbrenner im Mönchengladbacher Haus. Heute Abend ist Krefeld-Premiere. Roland Hüve inszeniert es mit viel Personal und Technik. Von Petra Diederichs

Den Moment, in dem Eliza die Sache mit dem "ü" begriffen hat, kennt jeder. Wenn das Blumenmädchen den Satz "Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen" akzentfrei spricht, wird der verkopfte Sprechtheoretiker Professor Higgins das mit einem fassungslosen "Mein Gott, jetzt hat sie's" kommentieren. "My Fair Lady" ist schon länger ein Kult-Musical, als es diesen Begriff gibt. Für jedes Theater bedeutet die Geschichte vom frechen Großstadtgör, das mit Hilfe eines Phonetikprofessors zur Dame avancieren soll, Kassengold. Heute, 19.30 Uhr, hat "My Fair Lady" Premiere im Krefelder Haus. Die Vorstellung ist nahezu ausverkauft - und auch die nächsten Aufführungen sind bereits gut nachgefragt. Fürs Theater kein Wunder: In Mönchengladbach agierte die Lady zwei Spielzeiten lang vor vollem Haus.

Angestaubt und trotzdem ewig jung findet Regisseur Roland Hüve das Musical. Den antiquarischen Charme wollte er keinesfalls antasten. Deshalb hat er sich einen Kniff überlegt, um die alte Zeit, die damaligen Kostüme und den Berliner Slang für eine frische Inszenierung zu erhalten: Er setzt einen Spieldosen-Effekt ein. "Wir haben eine Extra-Drehbühne gebaut, auf der sich das geschehen wie in einer Spieldose entwickelt", sagt er. Das ist technisch ein enormer Aufwand. Aber so bleibe nicht nur der zeitlose Charme erhalten, auch die Männer- und Frauenbilder der alten Zeit funktionieren dabei noch. Der Geschlechterkampf, der im Musical nach der Textvorlage von George Bernard Shaws "Pygmalion" auf die Spitze getrieben wird, sorgt dann für glaubwürdige Pointen. "Es ist ein gut gebautes Stück und schön komponiert. Das macht seinen andauernden Erfolg aus", sagt Hüve.

Auf einen Lieblings-Ohrwurm mag er sich nicht festlegen. "Je intensiver man sich damit beschäftigt, desto reizvoller werden die ruhigen Songs wie ,Ich bin gewöhnt an ihr Gesicht'." Auch Kapellmeister Andreas Fellner sagt noch nach vielen Vorstellungen in Gladbach: "Ich freue mich auf jede Partiturseite. Wir spielen in sinfonischer Besetzung - weil wir es können!" Auch sonst wird viel Personal aufgefahren: Mit Chor, Ensemble und Ballett - choreografiert von Robert North - sind gut 50 Leute auf der Bühne. Die Titelpartie singt Susanne Seefing.

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Quelle: RP
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