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Bahnhof in Krefeld
Nach Paris: Bundespolizei patrouilliert mit Maschinenpistolen

So gedenkt die Region der Opfer in Paris
So gedenkt die Region der Opfer in Paris FOTO: dpa, mjh wst
Krefeld. Die Terroranschläge zeigen Wirkung: Auch der Eishockey-Club Krefeld Pinguine verdoppelt sein Sicherheitspersonal und verschärft die Einlasskontrollen. Es sind mehr Uniformierte in der Stadt präsent. Von Oliver Schaulandt und Norbert Stirken

Die Terror-Anschläge in Paris versetzen Bevölkerung und Behörden in ganz Europa in erhöhte Alarmbereitschaft. Sichtbare Zeichen für das gewachsene Sicherheitsbedürfnis der Menschen sind auch in Krefeld zu entdecken. Am Hauptbahnhof kontrollierten gestern Morgen um 8.45 Uhr in einem Zug nach Köln drei schwer bewaffnete, mit Maschinenpistolen ausgerüstete Beamte die Lage. "Die Beobachtung ist richtig. Die Bundespolizei zeigt in Anbetracht der Situation mehr Präsenz. Dazu zählt auch das Begleiten von Zügen", berichtete Armin Roggon, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Düsseldorf, gestern auf Anfrage unserer Redaktion. Auch auf Krefelds Straßen sind derzeit mehr Uniformierte unterwegs als sonst. "Die Beamten sind natürlich besonders sensibilisiert und aufmerksam", erklärte eine Polizeisprecherin auf Anfrage unserer Redaktion.

Grundsätzlich verstärke die Krefelder Polizei ihre Präsenz in der dunklen Jahreszeit auch deshalb, um vermehrten Taschendiebstählen und Einbrüchen begegnen zu können. Konkrete Hinweise für eine Gefährdungslage in der Stadt Krefeld gebe es nicht, betonte die Sprecherin weiter.

Düsseldorfer treffen sich zur Mahnwache am Burgplatz FOTO: dpa, mjh wst

Vorsorglich reagieren auch die Krefeld Pinguine auf die Anschläge in Paris und die Vorkommnisse in Hannover - und zwar mit sofortiger Wirkung: Ab dem heutigen Spiel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gelten für die Heimspiele im Königpalast neue Sicherheitsvorkehrungen, auch wenn die Verantwortlichen keinerlei Veranlassung sehen, von einer drohenden Terrorgefahr in Krefeld auszugehen. Das gab der Eishockey-Verein gestern bei der turnusmäßigen Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Freitag bekannt. Zu dem Derby heute Abend werden mehr als 7000 Zuschauer erwartet.

Mit sofortiger Wirkung wird das Sicherheitspersonal, das die Zuschauerkontrollen am Einlass vornimmt, verdoppelt - geplant war dies im Vorfeld des rheinischen Derbys gegen die Düsseldorfer EG heute Abend (erstes Bully ist um 19.30 Uhr) ohnehin, weil die Partie als ein so genanntes Risikospiel eingestuft wird. "Die Erhöhung des Personals hat aber weniger mit Terrorverdacht zu tun, sondern ist letztlich ein Service für die Zuschauer", sagt Maik Hoffmann, der seit rund 14 Jahren Sicherheitskoordinator bei den Pinguinen ist.

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Ab sofort werden die Taschen- und Personenkontrollen am Eingang intensiviert, ein Abtasten der Besucher auf verbotene Gegenstände wird erneut eingeführt. "Darum kann es natürlich etwas länger dauern, bis man in den Königpalast eintreten kann. Die Verzögerung wollen wir mit dem personellen Mehraufwand so gering wie möglich halten", sagt Hoffmann und ergänzt: "Trotzdem kann es sicherlich nicht schaden, ein paar Minuten früher zu den Spielen zu kommen oder in der Drittelpause auf die Zigarette zu verzichten, um nicht in Gefahr zu geraten, etwas vom Spiel zu verpassen. Und große Taschen lassen die Fans lieber direkt im Auto, statt sie mit in die Halle zu nehmen."

Quelle: RP
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