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Nach Tod von zwei Pferden
Peta stellt Strafanzeige gegen Krefelder Rennclub

Nach Tod von Pferden in Krefeld: Peta stellt Strafanzeige gegen Rennclub
Die Tierrechtsorganisation wirft den Haltern, Jockeys und dem Rennclub vor, die beiden verunglückten Pferde überfordert zu haben. Das ist ein Archivbild von der Krefelder Rennbahn. FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Zwei Rennpferde stürzten vergangenen Montag auf der Krefelder Rennbahn und brachen sich dabei die Beine. Sie mussten noch vor Ort eingeschläfert werden. Jetzt könnten die Unfälle ein gerichtliches Nachspiel haben. Von Oliver Schaulandt

Die Tierrechtsorganisation Peta hat bei der Staatsanwaltschaft Krefeld Strafanzeige erstattet – sowohl gegen die Veranstalter des Renntages als auch gegen die Reiter und Halter der getöteten Pferde. Der Vorwurf in der Anzeige lautet, dass die Unfälle durch Überforderung der Tiere sozusagen provoziert worden seien. Das gab die Organisation gestern bekannt. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung der Organisation, ist der Antragsteller. Wie Peta jetzt im speziellen Fall Krefeld zu der Annahme kommt, ihre Anschuldigungen seien gerechtfertigt, geht aus der Anzeige nicht hervor. Peta beruft sich darin lediglich auf allgemeine Thesen und nicht auf konkrete Sachhinweise gegen die Beschuldigten.

Beinbrüche bei Pferden gelten als Todesurteil

Die Strafanzeige richtet sich also gegen den Krefelder Rennclub um seinen Vorsitzenden Jan Schreurs, die beiden Jockeys Steffi Hofer und Filip Minarik (die beide die Unfälle glimpflich überstanden haben) sowie die Halter der getöteten Pferde, der fünf Jahre alte Wallach Petite Gold sowie der drei Jahre alte Hengst Weißer Stern, also gegen den Stall Häsfeld sowie Dr. Otto (Wuppertal). "Zu der Anzeige kann ich nichts sagen, sie liegt mir noch nicht vor", sagte Rennclub-Vorsitzender Jan Schreurs am Donnerstag auf Nachfrage. "Aber ich glaube nicht, dass wir uns als Vorstand etwas vorzuwerfen haben."

Wie berichtet, waren die beiden Pferde im dritten und vierten Rennen ohne Fremdverschulden zu Fall gekommen und mussten nach schweren Verletzungen aufgegeben werden. Beide Tiere hatten sich Beinbrüche zugezogen – das gilt in Fachkreisen als Todesurteil, weil ein Beinbruch durch das enorme Gewicht eines Pferdes als unheilbar gilt.

Der zugezogene Veterinär ließ die Tiere nach den Unfällen mit einer Plane vor den Blicken der Zuschauer verbergen und musste beide Pferde noch auf der Bahn einschläfern. Direkt nach dem ersten Unfall hatte die Rennleitung das Geläuf inspiziert und bestätigt, dass der Vorfall nichts mit dem Untergrund zu tun hatte. Auch bestätigten alle beteiligten Reiter und Trainer, dass die Krefelder Rennbahn an diesem Tag hervorragende Voraussetzungen bot. "Der Untergrund war absolut in Ordnung. Daher kann ich sagen, dass wir kein schlechtes Gewissen haben müssen", sagt Jan Schreurs. "Eine Sportverletzung kommt immer mal wieder vor. Leider ist es bei Pferden dann eben bisweilen dramatischer als bei einem Menschen. Du kannst einem Pferd ja schließlich nicht erklären, dass es sich schonen soll."

Hier lesen Sie die Peta-Anzeige im Wortlaut.

Quelle: RP
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