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Krefeld
Nachfolger fehlt: Museumschef von Linn will vorerst weitermachen

Krefeld: Nachfolger fehlt: Museumschef von Linn will vorerst weitermachen
Museum Burg Linn - ab 1. Oktober gibt es nach bisherigem Stand keine sichere Nachfolge für die Leitung. Vorbereitungen für eine Zwischenlösung laufen. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Christoph Reichmann bietet an, vorerst auf Basis eines Werksvertrages das Museum Burg Linn zu führen. Oberbürgermeister Gregor Kathstede hat unterdessen eine stadt-interne Lösung inzwischen gestoppt. Von Sebastian Peters

Ende September sollte der Linner Museumschef Christoph Reichmann in den Ruhestand wechseln. Einen Nachfolger hat die Stadt bisher nicht gefunden - und nach Informationen unserer Zeitung zuletzt auch nicht aktiv gesucht. Jetzt hat die Stadt einen Plan B: Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU) teilte gestern mit, dass die Verwaltung eine zeitlich befristete Weiterbeschäftigung Reichmanns vorbereite: "Selbstverständlich muss in der Übergangsphase ein funktionierender Museumsbetrieb sichergestellt werden", sagte Kathstede.

Christoph Reichmann teilte unserer Zeitung auf Anfrage mit, dass er sich so eine Lösung vorstellen könne: "Das würde ich schon machen, aber nur für eine Übergangszeit." Dass die Stadtverwaltung bisher keinen Nachfolger für ihn gefunden habe, wollte er nicht kommentieren. Der Vorgang irritiere aber auch ihn, deutete Reichmann an: "Im Fall der Nachfolge der Leitung für die Kunstmuseen hat die Stadt schließlich rechtzeitig alles vorbereitet."

Zu den Akten gelegt sind unterdessen die Pläne, die Leiterin des benachbarten Textilmuseums, Annette Paetz genannt Schieck, zeitgleich zur Chefin von Museum Burg Linn zu machen. OB Kathstede teilte gestern mit, dass er verwaltungsintern in der Vorwoche angeordnet habe, dass vor der anstehenden Oberbürgerwahl die Zusammenlegung der Leitungsfunktionen der beiden Linner Museum nicht umgesetzt wird.

Zuletzt hatte am Freitag SPD-Oberbürgermeisterkandidat Frank Meyer in einem Brief an den Oberbürgermeister gefordert, vor der OB-Wahl keine Nägel mit Köpfen zu machen. Kathstede zeigte sich über das Schreiben Meyers, der diesen Brief öffentlich machte, irritiert. Er gehe davon aus, dass Meyer vom Stopp der Pläne für eine Zusammenlegung gewusst habe und hake Meyers Äußerung unter "Wahlkampfgetöse" ab, kommentierte Kathstede in einer öffentlichen Pressemitteilung. Er stellte auch die Chronologie dar: Demnach habe die SPD im September und Oktober 2014 keinen Einspruch erhoben, als die Stadtverwaltung Pläne öffentlich machte, die Leitung von Textilmuseum und Burg Linn zusammenzulegen. "Die Verwaltung hat dabei ausdrücklich herausgestellt, dass es Ziel sei, die Eigenständigkeit der beiden Museen fortzusetzen - aber unter einer Leitung", machte der Oberbürgermeister deutlich.

Auch CDU-Oberbürgermeisterkandidat Peter Vermeulen hat sich gestern zur Personalie Reichmann gemeldet. Er schlug, ähnlich wie bereits von der Stadtverwaltung initiiert, einen Werksvertrag mit Reichmann vor. "Mit diesem Vertrag soll sichergestellt werden, dass begonnene Forschungsarbeiten für eine Übergabe aufbereitet werden können und andererseits die Leitungsfunktion weiter ausgeübt wird", erklärte Vermeulen. "Einen solchen Vertrag kann auch der amtierende Oberbürgermeister Gregor Kathstede ohne Schwierigkeiten so schließen, dass diese wichtige Entscheidung dann endgültig seinem Nachfolger überlassen wird. Gleichzeitig wäre sicher gestellt, dass die Leitung dieses hoch angesehenen Museums qualifiziert fortgesetzt wird und eine gründliche Einarbeitung des zu ernennenden Nachfolgers erfolgen kann", so Vermeulen.

Dass Annette Paetz genannt Schieck den Job übernimmt, hält er nicht für angebracht: Er sei - wie alle Krefelder - der Auffassung, dass die Stadt mit den Museen Burg Linn und dem Deutschen Textilmuseum zwei überregional anerkannte Einrichtungen besitzt. "Ihre fachliche Ausrichtung ist allerdings so spezifisch, dass jede Einrichtung eine entsprechend qualifizierte Leitung braucht. Frau Dr. Paetz gen. Schieck macht dabei im Textilmuseum einen hervorragenden Job", sagte Vermeulen.

Quelle: RP
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