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Krefeld
Naturschutz: Landschaftswächter sorgen für Ordnung

Krefeld. Wer gegen die Regeln verstößt, kann mit 35 Euro, im Wiederholungsfall mit 75 Euro verwarnt werden.

Der Egelsberg, das Latumer und das Hülser Bruch sowie die Spey am Rhein gehören zu den Naturschutzgebieten, die der Krefelder Landschaftsplan mit dem grün-weißen Dreiecksschildern mit der entsprechenden Aufschrift ausweist. "Wir finden hier besondere Biotope vor, seltene Pflanzen und auch seltene Tiere" erklärt Heino Thies vom Fachbereich Grünflächen. Deshalb gilt dort generell eine Anleinpflicht für Hunde sowie das Verbot, Wege zu verlassen, Flächen außerhalb der Wege zu betreten oder zu befahren und außerhalb der ausgewiesenen Reitwege zu reiten. Diese Regeln sind auf einem zusätzlichen Schild noch einmal aufgelistet. Aber besonders wenn es wärmer wird, werden diese Verbote oft missachtet: Der Müll der abendlichen illegalen Grillparty bleibt liegen, Hunde werden von der Leine gelassen oder gesperrte Bereiche betreten.

"Wir bitten alle Besucher der Naturschutzgebiete, sich an die Regeln zu halten. Wenn jeder etwas Rücksicht nimmt, funktioniert das auch", sagt Maren Loose von der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt. Damit die Regeln eingehalten werden, gibt es seit Februar 1983 die Landschaftswacht der Stadt Krefeld. Zuletzt im April 2013 wurden 13 Landschaftswächter für neun Bezirke für fünf Jahre gewählt. Dienstausweis und Dienstplakette gehören zu ihrer ständigen Ausrüstung - genauso wie ein "dickes Fell". Denn nicht selten kommt es zu Konflikten mit uneinsichtigen Bürgern, weswegen die Landschaftswächter hin und wieder auch von den Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes begleitet wurden.

Verstöße gegen Verbote und Gebote melden die Landschaftswächter der Unteren Landschaftsbehörde. Diese ist wiederum verpflichtet, die eingegangenen Meldungen zu prüfen und gegebenenfalls durch ordnungsbehördliches Vorgehen oder Einleitung von Ordnungswidrigkeitsverfahren weiter zu verfolgen. Häufig sei ein Verstoß gegen die Regeln keine Absicht, sondern eher Nachlässigkeit, die aber schnell auch gefährlich werden kann: Kein Jogger möchte von einem freilaufenden Hund angefallen werden, kein Reiter mit einem Biker kollidieren. Landschaftswächter zu sein, ist für viele so etwas wie eine Lebensaufgabe. Die Begehungen dauern oft mehrere Stunden, auch bei Wind und Wetter. Loose: "Dietmar Vogel und Herbert Weghs sind zum Beispiel seit der Gründung vor über 30 Jahren bis heute aktiv".

Viele der Krefelder Landschaftswächter arbeiten aktiv in Naturschutzverbänden, besitzen gute Fachkenntnisse und kennen sich in den Örtlichkeiten gut aus. So auch Wolfgang Giesen und Andreas Bäumler. Sie streifen ehrenamtlich zwei- bis dreimal pro Woche durch das Hülser Bruch und verbringen dort Stunden. "Ich bin Mitglied im Insektenkundlerverein und daher sowieso häufig hier. Da bot sich eine solche Tätigkeit an", sagt Bäumler, der ein Liedchen davon singen kann, dass die Aufgabe nicht ganz einfach ist. "Wir werden häufig ausgelacht, auch verspottet. Das kann mitunter schon frustrierend sein. Viele Nutzer der Naturschutzgebiete wissen, was sie nicht dürfen, stellen sich aber unwissend."

Auch wenn zunächst immer das Gespräch gesucht wird, kann ein Verstoß gegen die zuvor genannten Regelungen teuer werden: Bei Feststellung eines Verstoßes können Verwarnungen mit einem Verwarngeld bis zu 35 Euro oder aber bei vorsätzlichen oder wiederholten Verstößen ein Bußgeld von mindestens 75 Euro verhängt werden.

Quelle: RP
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