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Krefeld
Neue Baupläne fürs Kaffeehaus Schmitz

Krefeld: Neue Baupläne fürs Kaffeehaus Schmitz
Nachbarn sorgen sich um die großen Bäume auf dem Gelände an der Martinstraße. Ein großes Plakat weist auf eine mögliche Fällung hin. Das Kaffeehaus wurde zuletzt als italienisches Restaurant genutzt und steht seit dem Frühjahr leer. FOTO: TL
Krefeld. Auf dem Areal des leerstehenden "Kaffeehaus Schmitz" soll Wohnbebauung entstehen: Ein Krefelder Unternehmen plant, dort ein Zwölf-Parteien-Haus sowie ein Doppelhaus zu errichten. Der Bauantrag wird derzeit von der Stadt bearbeitet. Von Carola Puvogel

Das Krefelder Immobilienunternehmen Eric Schomäcker will nach Informationen unserer Redaktion auf dem Grundstück des leerstehenden Restaurants Kaffeehaus Schmitz an der Martinstraße bauen. Wie die Stadt Krefeld jetzt auf Anfrage bestätigte, liegt ein Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten sowie zwei Doppelhaushälften und vier Carports vor. Der Antrag werde derzeit bearbeitet, berichtet Stadtsprecher Dirk Senger. Eine Prüfung bezüglich der Zukunft der auf dem Grundstück befindlichen alten Kastanienbäume stehe ebenfalls noch aus.

Schomäcker selber will derzeit keine Auskunft zu dem Bauvorhaben geben und weitere Details erst im Januar bekannt machen. Auf der Webseite seines Unternehmens war jedoch bereits eine Grafik zu sehen, die einen vorläufigen Entwurf des Zwölf-Parteien Hauses und des Doppelhauses zeigt. Das hochwertig und modern anmutende Mehrfamilienhaus soll nach diesem Entwurf große Glasfronten und Terrassen haben. An der rechten, vorderen Seite ist demnach ein großer Erker-Kubus geplant, der sich vom Erdgeschoss über zwei weitere Etagen erstreckt. Das Mehrfamilienhaus erstreckt sich insgesamt über Erdgeschoss, ein Obergeschoss und zwei weitere Etagen im Dachgeschoss. Das zusätzlich geplante Doppelhaus ist laut dieser Grafik links des Zwölf-Parteien-Hauses auf der westlichen Seite eingeplant.

Die Grafik, die unserer Redaktion vorliegt, wurde vom Unternehmen inzwischen aus seinem Internet-Portal entfernt und ist jetzt durch ein futuristisches Platzhalter-Motiv ersetzt worden.

Schomäcker ist nicht der erste Investor, der sich für das Grundstück interessiert. Im April hatte ein Gladbacher Unternehmen mit Plänen, das ehemalige Restaurant abzureißen und dort Doppel- und Reihenhäuser zu errichten, einen Proteststurm ausgelöst. Dazu beigetragen hatte auch die Fehlinformation, das Gebäude sei "eines der ältesten Fachwerkhäuser in Krefeld". Stadtdenkmalpfleger Gerd Hanisch hatte damals bei einer Begehung des Objekts jedoch festgestellt, dass das Gebäude weder ein Fachwerkhaus, noch denkmalwürdig sei. Das Haupthaus, so Hanisch, sei 1861 gebaut und 1885/86 erweitert worden, 1893/94 kam der Saal hinzu. Der Fachwerk-Eindruck werde vermittelt durch die beiden Giebel des ausgebauten Daches: Das aber sei erst 1977/78 aufgestockt worden. Das Katasteramt hatte zudem bestätigt, dass es auf dem Grundstück vor 1861 keine Bebauung gab. Gastronomie habe es dort seit etwa 1860 gegeben. Der Gladbacher Investor hatte sich nach dem Wirbel im Frühjahr schließlich zurückgezogen; seither liegt das Gelände brach.

Die Politik hatte sich im April teils für den Erhalt des Gebäudes stark gemacht, dessen Eigentümerin in Österreich lebt. "Wir müssen also einen anderen Weg suchen, um das Kaffeehaus Schmitz zu erhalten", sagte Wilfried Bovenkerk (SPD) damals im Denkmalausschuss. Der direkte Nachbar des Areals, Toni Peeters, hat seit dem Wirbel um das Grundstück ein großes Plakat mit der Aufschrift "Kein Abriss von Kaffeehaus Schmitz. Aufbäumen gegen Abholzen", gut sichtbar von der Martinsstraße aus, aufgehängt. Er sorgt sich um die riesigen Kastanienbäume. "Ich werde mit aller Kraft gegen die Fällung der zehn Laubbäume kämpfen", so Peeters. Im Gespräch mit unserer Redaktion hat er außerdem erklärt, er sei bereit, Haus und Grundstück zu kaufen und das Lokal weiterzuführen.

Quelle: RP
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