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Krefeld
Neue Computerpuppe für Lebensrettungstraining

Krefeld. Zunächst sieht alles nach einer harmlosen Kopfverletzung aus - ein gestürzter Fahrradfahrer liegt auf der Patiententrage. Die erfahrenen Ärzte haben im Behandlungsraum alles im Griff. Dann verliert der Patient das Bewusstsein, die Vitalzeichen verschlechtern sich rapide. Plötzlich ist aus dem Routine- ein Notfall geworden. Zum Glück ist dies kein reales Szenario, auf der Patiententrage liegt kein Mensch, sondern ein lebensecht aussehender, computergesteuerter Simulator mit Schädel-Hirn-Trauma. In der neuen Simulations- und Notfallakademie am Helios-Klinikum Krefeld (SiNA) gehören diese "Patienten" fortan zur festen Ausstattung. Es gibt sie für verschiedene "Altersstufen", sie können sprechen, klimpern mit den Augen, reagieren auf Medikamente, haben einen tastbaren Puls und atmen - oder eben auch nicht, wenn der Notfall eintritt. Von Christine van Delden

Eine dreiviertel Million Euro investiert Helios in das neue Simulationszentrum. Klinikgeschäftsführer Alexander Holubars sagt: "Ich freue mich sehr, dass Krefeld einer von drei Helios-Standorten ist, an dem ein hochmodernes Simulationszentrum eingerichtet wird. Damit werden wir auf universitärem Niveau auch Maximalversorger im Bereich der Fort- und Weiterbildung." Im September wird der Umbau in den alten Räumen der Frauenklinik abgeschlossen sein und die SiNA bekommt Simulationsräume, die zum Beispiel das Innere eines Rettungswagens simulieren oder die Notaufnahme.

Während der "Patient" mit Schädel-Hirn-Trauma von den Ärzten und Pflegekräften versorgt wird, wird das Szenario aus einem Schaltraum gesteuert und als Video aufgezeichnet. Im Anschluss können die Seminarteilnehmer ihr gemeinsames Vorgehen reflektieren. Die Teamarbeit ist ein zentraler Ansatzpunkt, wie Dr. Marcus Rall, Leiter des Instituts für Patientensicherheit und Teamtraining aus Reutlingen betont: "Es ist ganz wichtig, dass sich Teams zusammen vorbereiten - Ärzte und Pflegekräfte, die auch im Klinikalltag zusammen arbeiten. Denn im Ernstfall, bei Schwerverletzten und kritischen Verläufen, ist richtiges und schnelles Zusammenarbeiten aller Beteiligten überlebenswichtig."

Quelle: RP
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