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Krefeld
Neue Hinweisschilder sollen im Badezentrum für Klarheit sorgen

Krefeld: Neue Hinweisschilder sollen im Badezentrum für Klarheit sorgen
Vom Umkleide- zum Duschbereich des Fischelner Hallenbads sorgt die Beschilderung jetzt für klare Verhältnisse. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Es war ein Irrtum in einem der städtischen Bäder: Während der öffentlichen Badezeit marschierte ein in Krefeld lebender Flüchtling zielsicher in den Bereich der Damenduschen. Der Mann war sich keiner Schuld bewusst. Er hatte die Bedeutung der üblichen Hinweisschilder nicht verstanden. Die Verwaltung zog aus dem Vorfall Konsequenzen. Von Joachim Niessen

Es wird an neuen deutlicheren Piktogrammen gearbeitet. Die ersten sind im Badezentrum und in Fischeln bereits angebracht worden. Sie zeigen eine "Doppelsicherung": Neben der Dame, die Zutritt zu dem entsprechenden Bereich hat, prangt nun ein durchgestrichener Mann. Die klare Botschaft: Eintritt verboten.

Für Frauen erlaubt, für Männer verboten: Mit einer "Doppelsicherung" bei den Piktogrammen will die Verwaltung ab sofort Missverständnisse vermeiden. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Seit Monaten tüftelt die Sportverwaltung intensiv an der Problematik, Informationsschriften und Hinweisschilder in den städtischen Bädern zu verbessern. Das Problem: Zahlreiche Flüchtlinge sprechen weder Deutsch noch Englisch. Und auch mit bildlichen Darstellungen haben einige ihre Schwierigkeiten. "Für die Verwaltung ist das nichts Neues. Dieser Prozess begleitet uns seit einigen Monaten", bestätigte Bäderchef Detlef Flick jetzt noch einmal im Sportausschuss. So mancher Fremde sei bereits durch die Katakomben der Badeanstalten gegeistert, habe sich hoffnungslos verlaufen und landete am Ende in für die Öffentlichkeit verbotenen Gängen.

Das Sportamt reagierte unter anderem mit einem Papier, auf dem in acht Fremdsprachen die wichtigsten Verhaltensregeln aufgelistet sind. "Zusätzlich haben wir entsprechende Handlungsempfehlungen für das Bäderpersonal entwickelt und herausgegeben", so Flick. Parallel steht die Krefelder Verwaltung in intensivem Dialog mit der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. "Auch dort ist das Thema bekannt, die Gesellschaft sucht ebenfalls nach Lösungen", beschreibt der Bäderchef die Situation. Seine Kollegen im Fachbereich basteln derzeit an eigenen Modellen. Aktuell ist man im Austausch mit der Verwaltung in München, die ebenfalls Konzepte entwickelt hat.

Comic illustriert Baderegeln für Flüchtlinge FOTO: Stadtwerke München

Ein Blick aus dem Fenster bringt Flick zusätzlich ins Grübeln: Der Start der Freibadsaison kommt näher. Spätestens Anfang Juni werden wieder Tausende in die städtischen Anlagen strömen - darunter natürlich viele Flüchtlinge. Hier wird die Kontroll- und Sicherheitsproblematik für die Verwaltung noch größer. Wenn sich bis zu 3000 Menschen gleichzeitig am und im Beckenbereich aufhalten, ist im Hintergrund strukturierte Planung zwingend erforderlich. Hier setzt Krefeld auf ein mehrgleisiges Modell.

Einerseits helfen laminierte Karten dem Personal, sich bild- oder sprachlich jederzeit und mit jedermann zu verständigen. "Darauf ist von der richtigen Bekleidung im Becken bis zum korrekten Verhalten auf dem Gelände alles erklärt", so Flick. Daneben setzt das Bäderamt auf ausreichend Personal, das am und im Becken für Ordnung sorgt. "Hier haben wir einen entscheidenden Vorteil", sagte der Verwaltungsfachmann. "In diesem Team arbeiten unter anderem sechs Polizeibeamte mit. Sie machen diesen Dienst seit Jahren im Rahmen einer offiziell genehmigten Nebentätigkeit." Gleichzeitig ist während der Freibadsaison stets ein privater Sicherheitsdienst im Einsatz. Flick: "Bevor wir zum ersten Mal die Tore öffnen, gibt es für alle zusätzlich noch eine intensive Schulung."

Quelle: RP
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