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Schönheiten der Stadt
Neue Krefeld-Box lädt zum Schwelgen ein

Schönheiten der Stadt: Neue Krefeld-Box lädt zum Schwelgen ein
Die in Trier lebende Grafikerin Sarah Frank hat die Broschüren mit den Piktogrammen und die Box gestaltet. FOTO: Nfra
Krefeld. Eine neue Krefeld-Box hat die schönen Seiten der Stadt in Piktogrammen und Pastelltönen verblüffend dicht und schön zusammengestellt. Wir nehmen das zum Anlass, unsere Leser einzuladen, mit uns ein wenig in Krefeld zu schwelgen. Von Jens Voss

Als die "Zeit" vor kurzem Krefeld in einer Reportage erwähnte, nannte sie die Stadt die "verhärmte Stiefschwester" Düsseldorfs. Man muss kein Lokalpatriot sein, um das unfair zu finden. Es ist rotzig im Ton, fahrlässig in der Wahrnehmung - man kann in jeder Stadt verhärmte Zonen finden - und auch a-historisch.

Krefeld hat wie viele Städte im Zweiten Weltkrieg wertvolle Bausubstanz verloren, und Krefeld hat in den 70-er Jahren eine industrielle Strukturkrise zu verkraften gehabt. Insofern ist Krefeld keine reiche Stadt. Aber verhärmt?

Entdeckungsreise: So schön ist Krefeld FOTO: TL

Objektiv ist Krefeld in einem Strukturwandel begriffen. Die Innenstadt wandelt sich rasant und so stark wie in den letzten 30 Jahren nicht mehr. Wirtschaftlich behält Krefeld einen starken, im globalen Wettbewerb erfolgreichen industriellen Kern, der mehr und mehr ergänzt wird um Dienstleistungs- und Logistik-Unternehmen. Bei den Bewohnern der glanzvollen Schwester Düsseldorf spricht sich mehr und mehr herum (mehr als es in Krefeld bewusst ist), dass man selbst in der äußersten Peripherie von Düsseldorf ein Schweinegeld für drittklassige Reihenhäuser ausgeben muss, während Krefeld - noch - günstigere Immobilien, eine gute Infrastruktur für Familien und zauberhafte Grünzonen bereithält, die jedem Vergleich standhalten. Und alles bei gleich guter Erreichbarkeit Düsseldorfs.

Das Krefelder Stadtmarketing unter Leitung von Ulrich Cloos hat die qualitätvollen Seiten Krefelds jetzt in einer Box dokumentiert, die auf verblüffend elegante Weise das zusammenstellt, was schön, lebens- und liebenswert an Krefeld ist. Der Clou ist, dass Architektur und Landschaft nicht nur in Fotos, sondern in Piktogrammen erzählt werden - als stilisierte Zeichnungen, die die Struktur des Dargestellten rasch und ebenso neu wie eindringlich vermitteln. Entstanden ist eine ganz eigene Krefeld-Erzählung in Bildern: als Ensemble von schönen Gebäuden, Strukturen, Geschichte und Geschichten. Was in der Realität über die ganze Stadt verteilt ist, ist in dieser Box dicht versammelt, als Plädoyer, sich auf die schönen Seiten der Stadt einzulassen, sie quasi wie ein Tourist zu entdecken, der das Schöne sucht und aufsucht. Neu auch dies: Die Box trägt den Titel "Krefeld am Rhein" - die Stadt definiert sich also bewusst über die Lage an diesem Strom, so wie es alle Städte entlang des Rheins mit gutem Grund tun.

So sieht die Box aus, in der die Krefeld-Broschüren präsentiert werden. Der Titel "Krefeld am Rhein" signalisiert, dass Krefeld sich künftig bewusst und stärker als Stadt am Rhein definieren will. FOTO: vo/Stadt

Wir waren verblüfft. Über Konflikte, Probleme, über die unschönen Seiten der Stadt berichten wir oft genug - und wir werden weiter nicht schönfärben. Aber für dieses schöne lange Wochenende laden wir unsere Leser dazu ein, sich auf Entdeckungsreise durch Krefeld zu begeben und ein wenig in den Schönheiten der Stadt zu schwelgen. Alle Texte finden Sie links in der Leiste. 

Architektonisch ist die Stadt geprägt vom Klassizismus des 19. Jahrhunderts, als die Stadt wirklich reich war. Die Stadt ist eingebettet in eine Landschaft, die mehr Gartenraum als Natur ist: Sie ist geprägt vom Eingriff des Menschen; Wiesen, Felder, Waldstücke und Parks ergeben eine Kulturlandschaft, die auf ihrer Weise vom Traum von der Befriedung der Natur erzählt.

Und schließlich gehören zu den größten Schätzen der Stadt die Parks, die nicht mächtig wie ausladende Landschaftsgärten daherkommen, sondern als feine Werke der Gartenkunst. Und wie an anderen Orten des Niederrheins, war es der rheinische Gartenkünstler Maximilian Friedrich Weyhe (1775- 1846), der auch in Krefeld bewiesen hat, dass das Paradies kein Dschungel ist, in dem Löwen neben Zebras lagern, sondern ein englischer Park mit Bach und Weiher, in dem Amseln neben Bachstelzen leben und man selbst endlich auf einer Bank in Ruhe Zeitung lesen kann.

Auch dazu laden wir mit unserer Ausgabe heute ein - auf den Seiten zwei bis sechs.

Quelle: RP
 
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