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Krefeld
Neue Orgel für Grabeskirche gesucht

Krefeld: Neue Orgel für Grabeskirche gesucht
Kantor Heinz-Peter Kortmann (l.) mit Jan Szypowski aus Polen, der die Orgel in der Nähe von Danzig wieder installieren wird. FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Die alte Orgel zu restaurieren, wäre zu teuer geworden. Jetzt braucht St. Elisabeth ein Ersatzinstrument. Von Petra Diederichs

Als das Gutachten kam, war der Schrecken groß. Zwischen 30.000 und 40.000 Euro sollte es kosten, die Ernst-Seifert-Orgel für die Grabeskirche St. Elisabeth zu restaurieren. Viel zu teuer für die Gemeinde. Deshalb wird sie seit gestern Morgen abgebaut. Eine neue Orgel soll nach dem Umbau der Kirche erklingen - ein möglichst kostengünstiges, aber gutes, gebrauchtes Instrument.

"Nach langer Überlegung hat man sich dazu entschlossen, das Instrument nicht mehr zu reparieren und es stattdessen zum Verkauf freizugeben", erklärt Heinz-Peter Kortmann, Kantor der Gemeinde Heiligste Dreifaltigkeit. Die Gründe dafür waren vielfältig. "An der Orgel waren schon lange einige Mängel vorhanden, die vor der Wiederinbetriebnahme nach dem Umbau der Kirche beseitigt werden mussten. Diese Reparaturen würden mit dem geschätzten Betrag den Wert des Instrumentes weitaus übersteigen. Hinzu kommt, dass für die Elektrik in Kirchenorgeln seit kurzem neue Sicherheitsbestimmungen aufgestellt worden sind, die für das Instrument aus den 1950er Jahren noch größere Umbaumaßnahmen erforderlich gemacht hätten. So würden eventuell noch weitere Kosten auf die Gemeinde zugekommen, die man vermeiden möchte."

Die Orgel hatte ihren Platz auf der Empore der Grabeskirche. FOTO: Lammertz Thomas

Mit Hilfe der Firma Ladach aus Wuppertal, einem Spezialisten für den internationalen An- und Verkauf von gebrauchten Pfeifenorgeln, wurde die Seifert-Orgel verkauft. Ein polnischer Orgelbauer baut sie seit gestern ab und wird sie in einer Kirche in der Nähe von Danzig wieder in Betrieb nehmen. 6000 Euro haben die Polen für das Instrument gezahlt. Auch aus Deutschland und aus Italien habe es Interessenten für die Orgel gegeben, berichtet Kortmann.

Diese Finanzspritze reicht allerdings nicht, um nun ein kleineres Modell anzuschaffen. Spenden sind notwendig, aber auch das Bistum will die Gemeinde unterstützen. Denn neben der puren Kostenrechnung spricht noch mehr für ein anderes Instrument. "Die Seifert-Orgel ist auf der Orgelbühne und somit sehr weit vom liturgischen Geschehen entfernt, da die Gottesdienste in der Grabeskirche zukünftig im Altarraum stattfinden werden. Sinnvoller ist es, das Instrument in der Nähe der Gemeinde unterzubringen, die oftmals kleiner ist und durch die Orgel ja begleitet werden soll", sagt Kortmann. Ideal fände er sogar, wenn die neue Orgel Rollen hätte, und somit mobil im Raum eingesetzt werden könnte. Aber Abstriche bei der Qualität möchte Kortmann nicht machen. "Wir möchten die Möglichkeiten nicht einschränken, indem wir auf ein Pedal verzichten oder nur ein Manual haben. Mein Anspruch ist es, dass man in den Gottesdiensten ohne Musik aus der Konserve auskommt." Ein solches Instrument in gutem Zustand zu finden, ist nicht einfach. Und nicht billig. "Wir rechnen schon mit einem fünfstelligen Betrag", sagt der Kantor.

Die ausgebauten Orgelpfeifen warten auf ihren Abtransport. Demnächst sollen sie in einer polnischen Kirche wieder erklingen. FOTO: Thomas Lammertz

Die Kirche soll ab Mitte des Jahres wieder eröffnet werden. "Da die Suche nach einer gebrauchten Orgel Zeit benötigt, kann als Zwischenlösung eine Truhenorgel aus Hüls geliehen werden, falls man bis zur Eröffnung der Grabeskirche noch kein Instrument gefunden hat", berichtet Kortmann. Für das neue Instrument möchte er Spenden sammeln. So wurden im vergangenen Jahr bei "Konzert und Menü" im Stadtwaldhaus bereits mehr als 2000 Euro erwirtschaftet, die für die neue Orgel zur Verfügung stehen. Weitere Konzerte und Veranstaltungen sollen folgen. Für Spenden ist ein Konto der Kirchengemeinde Heiligste Dreifaltigkeit eingerichtet: IBAN DE25 3205 0000 0096 0000 13 bei der Sparkasse Krefeld, Kennwort: Orgel.

Quelle: RP
 
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