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Krefeld
Neue Pläne für "Schrotthaus" im Südbezirk

Krefeld. Ein Haus an der Gladbacher Straße/Ecke Märklinstraße ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Jetzt soll es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Und noch weitere Immobilien im Quartier werden derzeit saniert. Von Carola Puvogel

Gute Nachrichten für den Südbezirk: Das als "Schrottimmobilie" bekanntgewordene Haus an der Gladbacher Straße/Ecke Märklinstraße wird demnächst abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das hat der Besitzer des Gebäudes jetzt auf Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich zu Beginn des kommenden Jahres beginnen.

Seit Monaten ist der Bereich rund um das leerstehende Eckhaus weiträumig abgesperrt. Die Stadt Krefeld hatte diese Sicherungsmaßnahme eingeleitet, weil Teile des Daches herunterzufallen drohten. Seither ärgerten sich Anwohner und Vertreter der Politik über Vermüllung des Areals und den zusehenden Verfall der Immobilie.

Die Emrich Wohnungsverwaltung aus Bergheim hatte das Haus vor rund eineinhalb Jahren aus einer Zwangsversteigerung heraus gekauft. "Eigentlich hatten wir geplant, das Gebäude zu sanieren", berichtet Emrich-Mitarbeiter Wolfgang Scheider. Doch aufgrund der unübersichtlichen Situation vor der Zwangsversteigerung sei nicht klar gewesen, in was für einem schlechten Zustand das Haus wirklich ist. "Wir konnten vor dem Kauf nicht rein. Erst danach haben wir festgestellt, dass Einsturzgefahr besteht", erklärt Scheider. Die Stadt habe die Absperrung veranlasst, nachdem Unterschalbretter herabgefallen seien. "Die Absperrgitter wiederum haben dann zur Folge gehabt, dass Leute ihren Müll dort abgeladen haben", sagt Scheider. Das sei ärgerlich, auch für sein Unternehmen. "Wir versuchen unser Bestes, den Bereich sauber zu halten. Aber man kann einfach nicht jeden Tag dort vorbeifahren, vor allem, weil unser Unternehmen seinen Standort nicht in Krefeld hat." Scheider weist auch auf die hohen Entsorgungskosten hin. Die Planungen für den Neubau seien nun weit vorangeschritten. Das Eckhaus soll ein "Vorzeigeobjekt" mit neun Wohnungen, die zwischen 37 und 59 Quadratmeter groß sind, werden. Die Bauvoranfrage wurde im Oktober gestellt. Scheider weist auch auf andere Objekte hin, die sein Unternehmen in Krefeld saniert habe. Zuletzt habe man die Fassade des Hauses Ispelsstraße 87 neu gestrichen. Auch an der Südstraße habe Emrich einen Altbau saniert. Alle Häuser, so Wolfgang Scheider, seien "gut vermietet".

Bezirksvorsteherin Gisela Brendle-Vierke freut sich über die Neuigkeiten. Sie selbst hatte sich Mitte September mit einem sehr persönlichen Schreiben an den Eigentümer gewandt, um eine Sachstandsinformation zum Thema gebeten und auch darum, dass der abgesperrte, verwahrloste Bereich aufgeräumt wird. "Durch die Vernachlässigung verliert Ihre Immobilie ganz sicherlich ständig an Wert, auch das dürfte nicht in Ihrem Sinne sein", schrieb Brendle-Vierke. "Deshalb appelliere ich heute an Sie, sich um das Haus zu kümmern." Inzwischen, das bestätigt die Bezirksvorsteherin, sei eine Aufräumaktion tatsächlich erfolgt. Der Eigentümer habe in einem Telefonat zugesagt, die Fläche nun regelmäßig sauberzumachen.

Auch an weiteren Immobilien im Südbezirk wird derzeit gearbeitet. Die Fassade eines Mehrfamilienhauses Ispelsstraße/Ecke Martinstraße ist vor kurzem gelb gestrichen worden. Und ein großes Eckhaus an der Gladbacher Straße/Ecke Deutscher Ring ist eingerüstet, Arbeiten sind im Gange. Die Fassade eines Hauses an der Lutherstraße wurde ebenso saniert, wie zwei Gründerzeithäuser am Lutherplatz.

Quelle: RP
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