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Krefeld
Neue Verzögerung bei Ostwall-Haltestelle - Handel: Erst ab Januar weiterbauen

Ostwall in Krefeld: Arbeiter montieren Stahlträger für Glasdach
Ostwall in Krefeld: Arbeiter montieren Stahlträger für Glasdach FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Die Glaselemente werden wohl nicht wie vereinbart geliefert. Handel und Politik äußern massive Kritik an Dezernent Linne. Der 6. November ist als Termin für die Fertigstellung der Ostwall-Haltestelle nicht zu halten. Von Jens Voss

Auch wenn die Montage der Stahlträger heute beginnen soll: Die Planung zur Vollendung der Ostwall-Haltestelle ist ins Rutschen geraten. Die Verwaltung habe immer noch keine Bestätigung des Zeitplans für den Einbau der Glaselemente durch die beauftragte Firma, teilte die Stadt gestern mit. "Wir müssen deshalb leider davon ausgehen, dass Lieferung und Einbau nicht termingerecht erfolgen und sich dadurch der avisierte Zeitplan nicht halten lässt", erklärte Planungsdezernent Martin Linne gestern.

FOTO: Stadt

Wie die Stadt weiter erläuterte, hat der Fachbereich Tiefbau die Firma, die die Glausbausteine liefert, nochmals aufgefordert, kurzfristig verbindliche Zeitangaben über die "einhaltbare Fertigstellung" der Arbeiten zu machen. Bisher war die Vollendung des Umbaus für Anfang November vorgesehen. Am 21. November sollte der neugestaltete Platz mit in die Veranstaltung "Einkaufen bei Kerzenschein" eingebunden werden. Über die neue Situation hat die Verwaltung den Einzelhandelsverband und die Stadtwerke gestern informiert.

Gefragt, warum die Firma mit der Stadt so etwas machen könne und ob nun Vertragsstrafen greifen, antwortet Linne, dass dieses Vorgehen bei kommunalen Bauprojekten "eher unüblich" sei. Er wisse, dass in solchen Fällen gerne von Konventionalstrafen "herumschwadroniert" werde, doch sei eben auch das Risiko für die Stadt groß, von solchen Strafen getroffen zu werden - Planungsprozesse seien eben kompliziert; man sei als Stadt schnell in Verzug; es reiche eine ausgefallene Sitzung. Der Einzelhandel sieht seine vor den Sommerferien geäußerte Befürchtung, dass die Annahmen der Stadt zu optimistisch seien, bestätigt, sagte Markus Ottersbach, Geschäftsführer des Krefelder Einzelhandelsverbands, auf Anfrage, "jetzt haben wir den Salat. Der Handel bekräftigt nun die schon damals erhobene Forderung, die Haltestelle erst im Januar komplett fertigzustellen und bis dahin den Ostwall für den Verkehr - auch den Autoverkehr - zu öffnen. Massive Kritik äußerte Ottersbach an Linne "Wir haben ihn seinerzeit angeschrieben und zu Gesprächen eingeladen, um über unsere Sorgen zu reden - vergeblich. Vier Wochen nach dem ersten Schreiben gab es eine allgemeine Auskunft aus dem Tiefbauamt. Es ist unterirdisch, wie Herr Linne kommuniziert", sagte Ottersbach. Er betonte aber auch, dass die neue Verzögerung kein Weltuntergang sei: "Wir haben eine gute Verkehrsregelung." Er ist guten Mutes, dass die November-Veranstaltungen "Einkaufen bei Kerzenschein" (21. November) und das große "Schnee-Opening" (6. bis 8. November) erfolgreich werden.

Unterstützung für den Plan, den Ostwall über das Weihnachtsgeschäft für den Verkehr freizugeben, erhält der Einzelhandel von CDU und SPD. CDU-Fraktionschef Philibert Reuters sagte auf Anfrage, er habe das "Pleiten-, Pech- und Pannen-Szenario satt"; die Stadt müsse erklären, warum in dieser Baustelle der Wurm drinstecke. Wichtig sei, dass das Weihnachtsgeschäft der Händler nicht getroffen werde. Dem Vorschlag, erst ab Januar weiterzubauen, wenn alle Teile wirklich da sind, steht er positiv gegenüber.

Auch SPD-Ratsherr Frank Meyer treibt die Sorge um das Weihnachtsgeschäft um; auch er spricht sich dafür aus, die auf dem Ostwall herumliegenden Trägerelemente an anderer Stelle zwischenzulagern, um den Ostwall für den Verkehr nutzen zu können. Empfindliche Einbußen befürchtet Meyer auch für die Krefelder Stadtwerke. Die Nicht-Erreichbarkeit des Ostwalls koste die Stadtwerke pro Monat um die 100 000 Euro, so Meyer.

Quelle: RP
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