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Krefeld
Neues Waldschutzgebiet "Schürmannbusch"

Krefeld. Der Naturschutzbund wird die dank einer Erbschaft erworbene Fläche im Hülser Bruch im Stil der Niederwaldbewirtschaftung pflegen. Außerdem soll das typische Dykprofil unter anderem durch Pflanzen einer Wallhecke wiederhergestellt werden. Von Jochen Lenzen

Dank einer Erbschaft konnte die Stiftung Krefelder Natur- und Kulturlandschaften jetzt eine gut 3100 Quadratmeter umfassende Niederwaldparzelle erwerben, um sie für den Erhalt der heimischen Flora und Fauna als Waldschutzgebiet zu etablieren. Das von Haseln, Erlen und Eschen bestandene, langgezogene Rechteck liegt im Hülser Bruch am Bachstelzendyk nördlich des Boomdyks und wird nun vom Naturschutzbund (Nabu) Krefeld-Viersen im Stil der Niederwaldbewirtschaftung gepflegt.

Der im vergangenen Jahr verstorbene Krefelder Wolfgang Schürmanns, Träger der Bundesverdienstmedaille, war im Verberger Turnverein stark engagiert und hatte unter anderem eine Wandergruppe ins Leben gerufen. Zu seiner Beerdigung hatte er Spenden für die Stiftung erbeten. "Die Familie des Verstorbenen hat das Kondolenzgeld um den Restbetrag des Kaufpreises ergänzt", erläutert Bodo Meyer, der beim Nabu für Liegenschafts- und Erbschaftsangelegenheit verantwortlich ist. Am Wochenende wurde das Waldstück bei einer kleinen Zeremonie im Beisein von Mitgliedern der Spenderfamilie und Pfarrer Karl-Heinz Teut "Schürmannsbusch" benannt, berichtet Nabu-Pressesprecherin Sandra Joppen-Hellwig.

Die Niederwaldbewirtschaftung war bis in die 1950er Jahre im Hülser Bruch weit verbreitet. Die Eigentümer ernteten das Holz, indem sie die Gehölze "auf den Stock setzten", und nutzten oder verkauften es als Brennholz. Auch der Nabu möchte wieder die aus der Bewirtschaftung resultierende Dynamik in das Waldstück bringen, durch die es immer wieder zu neuem Licht- und Wärmeeinfall kommt, der die Artenvielfalt begünstigt. "Wir werden das entfernte Holz auch nicht verkaufen, sondern als Nährboden für Flora und Fauna liegenlassen", erklärt Meyer.

Der Nabu beabsichtigt darüber hinaus, das ehemals typische Dykprofil wiederherzustellen: Die über die Jahre verlaubten Gräben links und rechts des Waldwegs sollen wieder vertieft werden, damit sie sich wieder mit Wasser füllen. Außerdem sollen parallel zum Weg nach historischem Vorbild eine Wallhecke gepflanzt und zur bestehenden Wiese hin ein stufiger Waldrand entwickelt werden. Von einem solchen Überlappungsbiotop profitieren Insekten und Spinnen, Molche, Kröten und Blindschleichen, Vögel und kleine Säugetiere.

In diesem Sinn kümmert sich der Nabu in Krefeld übrigens um rund zwölf Hektar eigener Grünflächen von der Wiese bis zum Wald. Hinzu kommen gleichartige Flächen, die der Nabu gepachtet hat.

Quelle: RP
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