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Krefeld
Neues Zuhause für junge Flüchtlinge

Krefeld: Neues Zuhause für junge Flüchtlinge
In rund vier Wochen ist der Umbau des "Haus Kagawa" abgeschlossen, sagt Bauleiterin Tugba Korkmaz von der dreika-Planungsgruppe. Karl Pickartz, Leiter der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Bruckhausen, steht mit seinem Team in den Startlöchern, um acht unbegleiteten Flüchtlingen ein neues Zuhause in Oppum zu geben. FOTO: Samla
Krefeld. In das ehemalige Oppumer Jugendheim Kagawa ziehen acht unbegleitete jugendliche Flüchtlinge ein. Derzeit wird das Gebäude umgebaut. Zur Eröffnung sollen alle Nachbarn eingeladen werden - auch, um eventuelle Ängste abzubauen. Von Carola Puvogel

Acht helle, freundliche Zimmer, frisch renovierte Bäder und ein schöner Aufenthaltsraum: Das ehemalige Jugendzentrum Haus Kagawa an der Thielenstraße in Oppum wird nach zweimonatigem Umbau neues Zuhause von bis zu acht unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen. Träger der Einrichtung ist die Evanglische Kinder- und Familienhilfe Bruckhausen. Sie hat das Haus von der Kirchengemeinde langfristig gemietet und rund 150.000 Euro investiert, um das Gebäude für seinen neuen Zweck herzurichten.

Leiter Karl Pickartz ist es wichtig, die Nachbarn im Oppumer Zentrum von vornherein mit einzubinden, ihnen etwaige Ängste zu nehmen. Deshalb soll es schon bald nach der geplanten Eröffnung Anfang September eine kleine Feier mit Kaffee und Kuchen geben, bei der die Anwohner sich die Einrichtung ansehen und Ansprechpartner vor Ort kennenlernen können. "Wir wollen Oppumer sein", macht Pickartz deutlich. Erste Kontakte zum Bürgerverein sind bereits geknüpft, bei der Jahreshauptversammlung hat der Sozialmanager das Projekt vorgestellt und - als Zeichen guter Nachbarschaft - eine Spende des Bürgervereins erhalten. Auch mit dem benachbarten Kindergarten gab es Gespräche, das große Kita-Außengelände soll von den Jugendlichen mit benutzt werden dürfen. "Im Gegenzug werden wir uns nützlich machen und was tun, wovon die Kinder profitieren", plant Pickartz.

Die acht minderjährigen, voraussichtlich männlichen, Flüchtlinge sollen auch in ihrem neuen Zuhause mit anpacken. Gemeinschaftsaufgaben seien selbstverständlich, abends und am Wochenende müssen die Jugendlichen sich selbst verpflegen. Und auch ihre Zimmer werden zunächst nur mit einer Grundausstattung eingerichtet sein. "Sie sollen von Anfang an mitmachen und manches auch selbst entscheiden. Wir wollen nicht die Zimmer bis zum letzten Bild an der Wand fertigstellen", sagt Pickartz. Denn: "Die hilfreiche Hand befindet sich am Ende des eigenen Arms." Verselbstständigung sei das Stichwort. "Und die Jugendlichen sollen auch lernen, was wir als Gesellschaft von ihnen erwarten." Viereinhalb Stellen wurden für die Einrichtung geschaffen, die jungen Bewohner werden Tag und Nacht betreut. Tagsüber kommt noch eine Hauswirtschafterin hinzu, die sich unter anderem um einen Teil der Mahlzeiten kümmert, während die Jugendlichen in der Schule oder am Ausbildungsplatz sind.

Ein neuer Name für das ehemalige Haus Kagawa - ursprünglich benannt nach einem japanischen Befreiungstheologen - ist bereits gefunden worden: Das Haus soll schlicht "Dojo", japanisches Wort für "Ort der Begegnung" oder "Sich gemeinsam auf den Weg begeben" heißen.

Quelle: RP
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