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Krefeld
Night Demon - Metallarbeiter der alten Schule

Krefeld. Das Trio aus Venice ist längst kein Geheimtipp mehr. In Krefeld gastieren sie zum dritten Mal: heute in der Kulturrampe. Von André de Vos

Der 8. August steht ganz im Zeichen von "Old School Thrash Metal", wenn am heutigen Dienstag in der Kulturrampe die kalifornische Heavyrockband "Night Demon" schon zum dritten Mal in Krefeld gastieren wird. "Thrash Metal" hat sich seit Anfang der 1980er Jahre aus schnellem Hardcorepunk und britischem Metal entwickelt und ist als Spielart über die Jahre nicht totzukriegen. Aufgrund ihrer speziellen Akzentuierung erfreut sie sich immer noch einer so großen Anhängerschar, dass selbst junge Bands mit Mitgliedern unter 30 Jahren immer wieder gerne in dieses musikalische Genre einsteigen.

"Night Demon" ist dafür beredtes Beispiel: Erst im Mai 2011 gegründet, setzt das Trio aus Venice, bestehend aus Sänger und Bassist Jarvis Leatherby, Gitarrist Armand John Anthony und Drummer Dusty Squires, alles daran, seinen spezifischen Thrash-Metal-Sound an die Fans zu bringen. Als musikalische Ingredienzien tauchen zunächst immer wieder Gruppen auf, die damals das Genre groß gemacht haben: "Saxon", "UFO", die frühen "Metallica" und "Diamond Head".

Mit besonderer Hartnäckigkeit verfolgen die Musiker von "Night Demon" ihre Karriere und steigern die Anzahl ihrer Konzerte pro Jahr kontinuierlich. Dabei ist es ihnen egal, ob sie eine Show in einem Club geben, in einem Plattenladen oder - wie im vergangenen Jahr - beim großen "Bang Your Head"-Festival in Balingen schon auf der Hauptbühne stehen. Auftreten wollen sie überall, wo es eine Steckdose gibt. Möglich wurde das durch mehrere Plattenveröffentlichungen über die Zeit, die konstant spielerische und kompositorische Qualitätsverbesserung anzeigen, seit die Band einst als Zugabe "Radar Love" von Golden Earring schredderte oder heutzutage "Wasted Years" von Iron Maiden bringt.

Im April haben "Night Demon" ihren zweiten offiziellen Longplayer mit Titel "Darkness Remains" veröffentlicht. Trotz ausgefeilterer Orchestrierung bis hin zu akustischen Gitarren ("Welcome To The Night") und Keyboards ("Darkness Remains") bleibt das Treibende, Vorwärtsdrängende, Harte, uneingeschränkt erhalten. Und auch hier baut die Band kleine Verweise auf andere Gruppen in ihre Soli ein: "On Your Own" hat ein Riff von Ted Nugents "Snakeskin Cowboys", der Song "Maiden Hell" ein Zitat von "Deep Purples" "Pictures Of Home", während sich der ganze Text mit Songtiteln aus der Musikhistorie von "Iron Maiden" zusammensetzt. Ziemlich originell.

Die ausgekoppelte Vinyl-Single "Black Widow" bezieht sich mit der Textzeile "Take a journey into the night with the illustrious kiss of death/Beware the wrath of the Black Widow!" auf die B-Seite mit einem "Black Sabbath"-Song, deren Stück "Turn Up The Night" sie covern. Damit ist der Kreis ihrer offensichtlichen Einflüsse zunächst einmal geschlossen. Als Promotion-Gimmick und Ratespaß für die ganze Familie geht das noch gut. Die Zukunft wird erweisen, inwieweit "Night Demon" dann musikalisch ganz auf eigenen Beinen stehen können.

Quelle: RP
 
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