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Krefeld
OB-Kandidaten einig: Krefeld braucht einen Macher

Krefeld: OB-Kandidaten einig: Krefeld braucht einen Macher
Das junge Bürgervereinsmitglied Lisa von Bihl moderierte die Diskussion mit den Krefelder OB-Kandidaten in der voll besetzten Linner Museumsscheune. FOTO: oes
Krefeld. Krefeld müsse aufhören, laufend planerische Stuhlkreise zu bilden, ohne die Umsetzung der Planung mitzudenken. Man plane, dann bleibe die Planung liegen, bis fast schon wieder eine neue Planung nötig sei, kritisierte Frank Meyer, der SPD-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl am Freitagabend auf der Veranstaltung des Linner Bürgervereins. Von Otmar Sprothen

Es ging bei der Diskussion unter anderem um das Ärgernis des wachsenden Lkw-Verkehrs aus dem Rheinhafen, der sich über Königsberger Straße und Hafenstraße durch den Ort ergießt.

Die Bürger übten massive Kritik an der Krefelder Politik, dass diese in einem sich beschleunigenden Umfeld immer langsamer werde. Thorsten Hansen, OB-Kandidat der Grünen, gab Meyer recht: Krefeld habe viele Möglichkeiten einfach verschlafen, die die ebenso klammen Duisburger für ihre Häfen genutzt hätten. Gerade noch rechtzeitig sei der Rheinhafen vor der Pleite bewahrt worden. Er konkurriere aber mit dem nahen Duisburger Hafen. "Wenn ich die Konkurrenz nicht schlagen kann, muss ich sie umarmen", sagte Hansen.

Peter Vermeulen, OB-Kandidat der CDU, schloss sich der Kritik an. Nach der Sperrung der Duisburger Autobahnbrücke habe der Verkehr auf der Krefelder Brücke zugenommen. Diese könne aber den dortigen Verkehr zusätzlich zu dem anwachsenden Hafenverkehr nicht aufnehmen. Vermeulen möchte die Rheinbrücke gerne erhalten, da sie das Uerdinger Ortsbild präge. Er befürchtet aber, dass der Planungsprozess einer Straßenführung über eine neu zu bauende Brücke extrem lange dauern könne. "Mit der Lösung dieser Frage müssen wir umgehend mit aller Kraft beginnen." Krefeld brauche einen Macher, der die Dinge gemeinsam mit allen politischen Kräften voranbringe.

Zu einem Schlagabtausch zwischen Vermeulen und Meyer kam es bei der Frage, wie die Sicherheit der Bürger verbessert werden könne. In Linn war es in jüngster Zeit zu mehreren Tages-Raubüberfällen auf alte Menschen und einer Vergewaltigung gekommen. Meyer sieht eine Verbesserung der Lage in der Präventionsarbeit bei der Jugendkriminalität. Vermeulen schloss sich den Linner Bürgern im Saale an, die die Hauptursache der Wahrnehmung wachsender Kriminalität weniger bei der Jugend als bei reisenden Banden suchen, denen die Polizei nur wenig entgegenzusetzen habe. Er möchte den Linner wie auch die Polizeiposten in anderen Stadtteilen erhalten.

Quelle: RP
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