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Krefeld
"Online-Sucht": Caritas bietet Betroffenen jetzt Beratungen an

Krefeld. Die Beratungsstelle der Caritas für Alkohol- und Drogenfragen bietet neuerdings wöchentlich eine offene Sprechstunde zum Thema "Online-Sucht" an, bei der Betroffene und Angehörige sich über die Problematik exzessiven Medienkonsums informieren und Hilfe in Anspruch nehmen können. "Bisher haben wir hauptsächlich Angehörige von Betroffenen erreicht - es gibt tatsächlich einen großen Bedarf an Unterstützung", berichtet Sebastian Dückers, Verantwortlicher für das neue Angebot. Viele Eltern seien unsicher, was sie vom Medienkonsum ihrer Kinder halten sollen.

Hinter einem erhöhten Konsum verbergen sich häufig tiefergehende persönliche Probleme, wissen die Experten. Kritisch werde es, wenn der Betroffene seine sozialen Kontakte und Aktivitäten in der realen Welt vernachlässige. Häufig hänge ein Konsumverhalten, aus dem sich eine Abhängigkeit entwickelt, mit Problemen des Selbstwertgefühls zusammen. Dies könne dazu führen, dass Betroffene in Onlinespielen nach Anerkennung und Erfolgserlebnissen suchen, die ihnen in ihrer normalen Lebensrealität fehlen.

In den Beratungsgesprächen der Caritas wird versucht, die eigentlichen Hintergründe des Verhaltens zu erkennen und Anregungen für mögliche Lösungswege zu geben. Trotz der Allgegenwärtigkeit des Internets sind Angebote dieser Art noch selten.

Über die Frage, ob es sich bei exzessivem Mediengebrauch um eine Sucht handelt, wird unter Experten kontrovers diskuiert. Im Gegensatz zu einer klassischen Suchttherapie könne das Ziel einer Behandlung schließlich keine Abstinenz sein, erklärt Ute Kaber, Sachbereichsleiterin der Beratungsstelle für Alkohol- und Drogenfragen: "Der Gebrauch von Medien gehört zum Leben nun mal dazu."

Das Beratungsangebot kann jeden Donnerstag zwischen 17 und 18 Uhr bei der Caritas, Südstraße 43, wahrgenommen werden.

(MB)
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