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Krefeld
Oppum kämpft um schnelles Internet

Krefeld: Oppum kämpft um schnelles Internet
Interaktive Karte der Telekom im Internet. Die weiß dargestellten Straßenzüge haben DSL 16 Mbit, die blauen Bereiche sollen ausgebaut werden. FOTO: Carola Puvogel/Repro Karte Telekom
Krefeld. Anwohner des Donkgebiets kritisieren Stadt und Telekom für ihre schlechte Informationspolitik in Sachen Internetausbau, der geplant sein soll. Weite Teile des Wohngebiets haben keinen zeitgemäßen Internetanschluss. Von Carola Puvogel

Es hört sich erst mal wie eine gute Nachricht an: Die Telekom wird nach Aussage des jüngst ins Amt berufenen Krefelder Breitbandkoordinators Rafael Markwald im Oppumer Donkgebiet die Internetversorgung kurzfristig verbessern. Schon im nächsten Monat sollen die Arbeiten beginnen, bis zum Ende des Jahres sollen Bandbreiten bis zu 100 Mbit möglich sein. Diese Information gab der Leiter des Fachbereichs Bürgerservice Dirk Bangel den Mitgliedern der Bezirksvertretung Oppum/Linn beí der jüngsten Sitzung des Gremiums zur Kenntnis - und löste damit fast einen Sturm der Begeisterung unter den Bezirksvertretern aus. Derzeit befinden sich viele Straßen im Donkgebiet in der analogen Sackgasse, Anwohner müssen sich mit einer teuren LTE-Lösung behelfen, die Übertragungsgeschwindigkeiten sind schlecht und schwankend.

Wie bei Marco Wehler und seiner Familie. Der Neu-Oppumer bleibt trotz dieser vollmundigen Ankündigung skeptisch: Die interaktiven Karte auf Webseite der Telekom zeigt im Donkgebiet weiterhin Internet-Niemandsland. "Exakte Informationen, welche Bereiche mit welcher Verbindungsgeschwindigkeit zu rechnen haben - offen", kritisiert Wehler die Informationspolitik von Telekom und Stadt.

Auf Anfrage unserer Redaktion teilt ein Telekom-Sprecher knapp mit: "Die Deutsche Telekom wird den angegebenen Bereich ausbauen, voraussichtlich bis Anfang 2019". Ein hundertprozentiger Ausbau könne auch dann nicht garantiert werden, heißt es weiter. "Sobald es genauere Angaben gibt, werden wir informieren." Und die interaktive Karte würde "in unregelmäßigen Abständen aktualisiert", Ausbauten tauchten auch erst mit einem Vorlauf von drei Monaten bis Abschluss auf. Von einem Baubeginn im nächsten Monat, wie in der Bezirksvertretung mitgeteilt, sagt der Sprecher nichts. Die interaktive Karte auch nicht.

Angesichts eines offenbar kurzfristig bevorstehenden Ausbau-Beginns müsse es doch möglich sein, Bürger besser zu informieren, meint daher Marco Wehler. Doch auch über die Stadt ist nichts zu erfahren, sie verweist die Anfrage unserer Redaktion zurück Richtung Telekom, die in Oppum "eigenwirtschaftlich aktiv" werden wolle. Auch der neu im Amt befindliche Breitbandkoordinator Rafael Markwald stehe für Fragen der Presse nicht zur Verfügung, er befinde sich noch in der Einarbeitungsphase, heißt es weiter.

Fest steht indes: Mit dem angekündigten Engagement der Telekom ist Oppum aus dem Breitband-Fördertopf, mit dem unterversorgte Stadtgebiete, wie berichtet, an schnelles Internet angebunden werden sollen, definitiv rausgefallen, weil "nicht mehr förderfähig". Marco Wehler und seine Nachbarn müssen also hoffen, dass die Ankündigungen der Telekom stimmt.

Wehler selber wurde von dem Internet-Problem am Buschdonk überrascht: Vor rund zwei Jahren baute er auf einem Grundstück, das er von der Stadt kaufte. Informationen, dass im Oppumer Donkgebiet kein vernünftiger Internetanschluss zur Verfügung steht, gab es vonseiten der Stadt nicht. "Die Stadt verkauft hier Grundstücke für 300 und mehr Euro pro Quadratmeter, sorgt aber nicht dafür, dass neue Bewohner Zugang zum Internet haben - oder wenigstens vor dem Kauf erfahren, dass es kein zeitgemäßes Internet gibt", kritisiert er.

Die Ankündigungen von Stadt und Telekom hörten sich eigentlich gut an, sagt er. Die Stadt habe ihm telefonisch zugesagt, kurzfristig von der Telekom in Erfahrung bringen zu wollen, wie die genaue Planung für den Breitbandausbau in Oppum nun aussieht. Die Telekom selber habe sich auf Wehlers Anfrage nicht zurückgemeldet. Wehler ist froh, dass die Stadt sich auf sein Nachhaken hin nun um Klärung und klare Aussagen der Telekom bemüht. "Irgendwie glaube ich dieser ganzen Geschichte noch nicht. Gutes tun und nicht darüber sprechen: Das passt nicht zu Konzernen."

Bürger können den Krefelder Breitband-Koordinator Rafael Markwald wie folgt erreichen: Telefon 02151 3660-4273 (zu den Kernarbeitszeiten), E-Mail: "rafael.markwald@krefeld.de". Die Telekom nennt für Kundenanfragen folgende Nummer: 0800 330 3000.

Quelle: RP
 
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