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Krefeld
Oppumer fordern mehr Schulbus-Verbindungen

Krefeld: Oppumer fordern mehr Schulbus-Verbindungen
Von der Haltestelle Oberend an der Hauptstraße dauert die Fahrt zu den Uerdinger Schulen bis zu eineinhalb Stunden. Viele Kinder fahren daher mit dem Rad, wünschen sich aber eine Alternative - auch für schlechtes Wetter. FOTO: Lammertz
Krefeld. Viele Oppumer Kinder gehen in Uerdingen und Fischeln zur Schule. Sinnvolle Busverbindungen dorthin gibt es aber kaum. Von Carola Puvogel

Eine bessere Busanbindung von Oppum-Süd an die Schulen in Fischeln und Uerdingen ist ein Anliegen, das innerhalb kürzester Zeit rund 300 Unterstützer gefunden hat. Die Initiatoren, Anke und Marc Nicolaus, sind in der Heinrich-Klausmann-Siedlung mit ihrer Unterschriftenliste von Tür zu Tür gegangen und wurden nur ein einziges Mal abgewiesen. Zusätzliche Stimmen gab es über eine Online-Petition.

Die Bewohner der Siedlung am Rande Oppums kennen das Problem nur zu gut: Weder das MSM-Gymnasium und die benachbarte Ter-Meer Realschule in Fischeln, noch die Schulen in Uerdingen können mit einer sinnvollen ÖPNV-Taktung erreicht werden. "Eltern-Taxi" oder den Schulweg mit dem Rad zu absolvieren, sind faktisch alternativlos. Denn die kombinierte Bus- und Bahnfahrt zu den Schulstandorten würde im Einzelfall bis zu eineinhalb Stunden dauern - pro Strecke.

Das Ehepaar Nicolaus ist selber überrascht, auf welche Resonanz ihr Vorschlag in dem Wohngebiet gestoßen ist: "Dieses Thema steht offensichtlich weit mehr im öffentlichen Interesse, als wir anfangs angenommen haben", sagt Anke Nicolaus. Ihren Vorstoß in Richtung SWK Mobil und Politik hat das Ehepaar, dessen Tochter Laura im Sommer das Gymnasium Fabritianum besuchen soll, mit einer umfangreichen Recherche, was Schülerzahlen und die Fahrt mit der Linie 47 Richtung Uerdingen angeht, untermauert. Ergebnis: Zum morgendlichen Schulbeginn um acht Uhr kann die Gesamtschule Uerdingen gut erreicht werden, die beiden Gymnasien jedoch nur entweder mit einem strammen Fußmarsch oder Glück, wenn das Umsteigen in die Straßenbahn gelingt. Das sei aber wegen Verspätungen oft nicht der Fall, berichtet Fabritz-Schüler Philipp Wussow. Er verlässt sich daher lieber auf das Fahrrad. Die Analyse der Taktung für die Rückfahrt hat, berichten die Nicolaus', ergeben, dass die Kinder sich "für fast alle Schulen und die jeweiligen Endzeiten deutlich umständlichere und zeitintensivere Alternativrouten suchen müssen". Sie wünschen sich eine generelle Taktung der Buslinie 047A alle 30 Minuten während der relevanten Schulzeiten und eine Abstimmung mit den jeweiligen Schulschlusszeiten. Außerdem schlagen sie eine Anpassung der Streckenführung in Uerdingen vor. Danach soll der Bus zwischen Oldenburger Weg und Bruchfeld eine Schleife über die Mündelheimer Straße und die Augustastraße fahren, damit sich die Fußweg-Zeiten zum Fabritianum verkürzen und das Gymnasium am Stadtpark mit Umstieg an der Augustastraße direkt erreicht werden kann.

Die SWK Mobil hat das Anliegen geprüft und ausführlich beantwortet. Der Wunsch der Oppumer gestalte sich "aufgrund vieler zu berücksichtigender Unterrichtszeiten als sehr komplex". Die Änderung des Linienweges könne nicht wie vorgeschlagen gefahren werden. Die SWK Mobil verweist auch auf einen hohen betrieblichen Kostenaufwand. Da der derzeit gültige Nahverkehrsplan eine solche Verkehrsleistung auf der Linie 047 nicht vorsehe, müsse die SWK durch den Rat der Stadt Krefeld beauftragt werden, der Rat müsse auch der Kostenübernahme zustimmen. In einer Analyse der Schülerzahlen greift die SWK in der Folge auf die Zahlen der Schüler der fraglichen Schulen zurück, die über ein Schokoticket verfügen. Das seien aus Oppum-Süd genau 95, eine "überschaubare Anzahl". Damit sei das SWK-Verkehrsangebot "nachfrageorientiert".

Nicht erfasst sind allerdings Schüler aus Oppum-Süd, die kein Schokoticket haben. Die Vermutung liege aber nahe, dass sich der Schokoticket-Kauf erhöhen würde, wenn es sinnvolle Anbindungen an die betroffenen Schulen überhaupt geben würde, meint Nicolaus. Sie kritisiert auch die von der SWK ausgewiesenen Verbindungen, mit den die Kinder fahren sollen: So würde die empfohlene Fahrt mit der 043 und 057 bedeuten, dass zunächst mit der 043 20 Minuten von Uerdingen in die Innenstadt gefahren werden müssen und nach dem Umsteigen in die 057 wieder 25 Minuten stadtauswärts. "Je nachdem, ob mit der Umsteigezeit von vier Minuten der Anschluss klappt, wären die Kinder dann zwischen einer und eineinhalb Stunden unterwegs." Fast amüsiert erzählt sie, welche Strecke der SWK Fahrplan-Planer für ihren Wohnort an der Hauptstraße zum Fabritianum vorschlägt: "Man soll mit dem Bus nach Meerbusch/Haus Meer fahren und dort in Richtung Uerdingen umsteigen."

Quelle: RP
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