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Krefeld
Oppumer Schützen feiern Wiesn-Party

Krefeld: Oppumer Schützen feiern Wiesn-Party
Statt festlichem Outfit tragen die Frauen Dirndl und die Männer Lederhosen - die Stimmung im Oppumer Festzelt war am Samstag hervorragend. FOTO: Samla
Krefeld. Die Mischung aus traditionellem Festakt und lockerer Atmosphäre in den "heiligen Hallen" der Schützen hat nicht nur die Gäste begeistert.

Hans-Joachim Hofer lässt seinen Blick zufrieden durch das Festzelt der Oppumer Schützen schweifen, der König lächelt inmitten seines Hofstaates mit Ehefrau Dorothea sowie den Söhnen Julian und Andreas als Ministern zufrieden: Das Volk tanzt! Das Festzelt ist größer als üblich, statt Gala tragen die Frauen Dirndl und die Tanzfläche ist mit Jung und Alt rappelvoll - ein ungewöhnliches Konzept ist aufgegangen.

Zum ersten Mal in ihrem Leben ist dagegen Thekla Klein-Thauer im Oppumer Festzelt - und das, obwohl die 55-Jährige ihr ganzes Leben in Oppum verbracht hat. Im adretten Dirndl mit blauer Schürze hat sie zum ersten Mal den Weg in die "heiligen Hallen" der Schützen gefunden - und ist begeistert. Die Mischung aus traditionellem Festakt und lockerer Wiesn-Atmosphäre hat es ihr angetan und mit einem alten Vorurteil aufgeräumt: "Ich hatte gedacht, das ist eine geschlossene Gesellschaft, in der es schwer ist Anschluss zu finden", gesteht die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen, kurz bevor sie sich von ihrem Begleiter Richtung Tanzfläche ziehen lässt.

Mittlerweile sind sogar der König und seine Minister im typisch bayerischen Krachledernen, der Monarch im weißen Trachtenhemd, die Söhne bevorzugen rot-weiß-kariert, ihre Partnerinnen und die sechs Hofdamen sind natürlich im Dirndl und als Königin trägt nur noch Dorothea Hofer das blütenweiße Kleid, in dem sie die Ehrentänze mit ihrem Gemahl absolviert hat. Für Hofer sind diese Tänze etwas ganz besonderes, schließlich hat er Generationen Oppumer Königshäuser mit den richtigen Schritten auf dem Tanzboden vertraut gemacht. Diesmal wirbelte er mit seiner Liebsten über das Parkett. Die hatte ihrem "Jochen" mit der zweijährigen Regentschaft einen Herzenswunsch erfüllt, wie Oberbürgermeister Frank Meyer in seiner launigen Festrede enthüllte. Der erwies sich übrigens auch als Fan der Schützengemeinschaften, die "unglaublich wichtig für das soziale Leben in den Krefelder Stadtteilen" seien.

Im Gegenzug zur Regentschaft spendierte Hofer seiner Königin übrigens ein renoviertes Badezimmer, munkelten eingeweihte Gäste. Dass erfüllte Wünsche glücklich machen, zeigten die beiden jedenfalls bei Wiesn-Party, Bällen und Paraden durch ihr strahlendes Lächeln. Jetzt muss sich nur noch ein Nachfolger finden, der sich bis heute 14 Uhr bei Hofer - nun als Brudermeister - melden muss, um auf den Königsvogel anlegen zu dürfen, und die Oppumer Schützenwelt ist rundum in Ordnung - Insider tippen bereits auf die Roten Husaren, die nächstes Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiern können.

(MK)
 
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