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Krefeld
Oppumer wollen endlich schnelles Internet

Krefeld: Oppumer wollen endlich schnelles Internet
Der Verteilerkasten am Gageldonk wirkt ebenso in die Jahre gekommen, wie die nicht mehr zeitgemäße Internetverbindung einiger Straßenzüge. CDU-Bezirkspolitiker Thilo Forkel setzt sich für eine Verbesserung der Situation ein. FOTO: TL
Krefeld. Einige Straßenzüge des Oppumer Donkgebiets sind von zeitgemäßem, schnellem Internet abgeschnitten. Anwohner und örtliche CDU wollen sich damit nicht länger abfinden und suchen jetzt nach Lösungen. Von Carola Puvogel

Der Verteilerkasten am Fungendonk sieht aus, als sei er jahrzehntelang nicht angerührt worden. Und genau so könnte es tatsächlich auch sein. Denn eine Reihe im Umkreis liegender Straßen sind von einer schnellen Internetverbindung abgeschnitten. Das berichtet Gageldonk-Anwohner Bastian Plenker, der sich mit dieser Situation nicht länger abfinden will. Der junge Familienvater hat dort vor einigen Jahren ein Haus gekauft und sitzt seither in der analogen Sackgasse.

"Wir behelfen uns mit einer Funk-LTE-Leitung, aber das ist wirklich kein Ersatz für eine funktionierende Breitbandverbindung", sagt er. 15 Gigabite stehen ihm so pro Monat zur Verfügung, sind diese aufgebraucht, wird gedrosselt, sind weitere Zuzahlungen fällig. "Und 15 Gigabite hat man schnell verbraucht, wenn dann noch automatische Updates dazukommen, wird es erst recht dünn." Filme zu streamen sei gleich gar nicht drin.

Einige Straßenzüge des Oppumer Donkgebiets gehören zu den Krefelder Ecken, die weder von der Telekom mit leistungsfähigen Leitungen bedient werden, noch vom Kabelanbieter Unitymedia. Warum das so ist, konnte Plenker trotz diverser Anfragen bei der Telekom nicht herausfinden. "Man bekommt einfach keine Auskunft. Laut der Webseite der Telekom gilt dieses Gebiet sogar als mit DSL 16000 versorgt." Dem sei aber nicht so.

Auch Gewerbebetriebe an der Hafelsstraße sind betroffen. Zum Beispiel Wettingfeld Blitzschutz und Elektrotechnik. "Eine Übertragungsgeschwindigkeit von 2 MB ist nicht prickelnd", klagt der Unternehmer Jürgen Wettingfeld. "Mal abgesehen davon, dass die Qualität der Signalübertragung schwankend ist." Insgesamt sei die Situation "für die heutige Zeit mangelhaft". "Zur Zeit helfen wir uns mit LTE", berichtet Wettingfeld. Das sei aber nicht zufriedenstellen, da die Kapazität der Kanäle auch von anderen Teilnehmern genutzt werde und somit die Übertragungsrate sinke.

Die Krefelder Verwaltung ist ratlos. Das Oppumer Donkgebiet gehöre zu den wenigen Gebieten in Krefeld ohne Breitbandausbau, schreibt Friedhelm Kutz vom Stadtmarketing an Plenker. "Warum das so ist, und wann dort ein Ausbau geplant ist, dazu konnte mir die Telekom Technik keine Angaben machen." Plenker glaubt, dass auch die Telekom selber längst den Überblick verloren habe, wo welches Netz verfügbar ist. "Die können das nicht mal eben im Computer nachgucken, der Konzern ist mittlerweile so groß und hat so vieles ausgegliedert. Ich glaube, einige dort wollen es nicht wissen, die anderen wollen es nicht zugeben, und einige wissen es wirklich nicht", frotzelt er. Eine Anfrage unserer Zeitung zu dem Thema blieb von der Telekom-Zentrale in Bonn unbeantwortet.

Auf Initiative des Oppumer CDU-Sprechers Thilo Forkel hat sich die Krefelder Union jetzt des Themas angenommen. Sie will das Thema im Planungsausschuss und in der Bezirksvertretung Oppum auf die Tagesordnung setzen. Die Verwaltung soll die Breitband-Ausbausituation nach Stadtbezirken differenziert darlegen und ein Konzept für die Weiterentwicklung des Netzausbaus vorlegen. "Ich habe nicht gewusst und nicht geglaubt, dass es wirklich noch Straßenzüge ohne schnelles Internet gibt", sagt Forkel, der die Donksiedler in ihrem Anliegen unterstützen will. Geplant ist auch, eine Bürgerversammlung zum Thema einzuberufen.

Bastian Plenker hofft auf eine Lösung in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen "Deutsche Glasfaser" mit Sitz in Borken, das bei ausreichend Interesse selber - für Anwohner und Kommune kostenlos - Leitungen für schnelles Internet verlegt. Das bestätigt Unternehmenssprecherin Gerda Meppelink. "Ja, wir wollen investieren und sind auf der Suche nach Kommunen, die Ausbaubedarf haben", erklärt Meppelink auf RP-Anfrage. 40 Prozent mögliche Kunden in einem zu definierenden Ausbaugebiet müssten dafür mit dem Unternehmen einen Vertrag abschließen. Diese Zahl sei jedoch nur bei "hohem Leidensdruck" zu erreichen, sagt die Sprecherin. Die Kontaktaufnahme zu ihrem Unternehmen müsse über die Kommune erfolgen. Schnelles Internet und Telefon würden für teilnehmende Haushalte dann in den ersten zwei Vertragsjahren 34,95 Euro pro Monat kosten.

Quelle: RP
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