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Krefeld
Orgeljahr in St. Dionysius im Zeichen von Händel und B-A-C-H

Krefeld. Hochkarätige Interpreten aus London, Kaliningrad und von der Elbphilharmonie spielen die Klais-Orgel. Es gibt auch einen Orgelpreis. Von Petra Diederichs

Beim Eröffnungskonzert der Elbphilharmonie hat Andreas Cavelius die lettische Ausnahmemusikerin Iveta Apkalna kennengelernt. Die Titularorganistin der neuen Klais-Orgel in dem Hamburger Jahrhundertbau kannte Krefeld, natürlich. Denn auch die Citykirche St. Dionysius hat eine berühmte Orgel der Firma Klais. Und, ja, die zu spielen, das reizte die "Echo Klassik"-Preisträgerin. Am 27. Mai kommt sie in der Reihe "Internationaler Orgelzyklus" in die Dionysiuskirche unter anderem mit der Passacaglia c-Moll und Pièce d'Orgue von Johann Sebastian Bach.

Bach ist der rote Faden, den Regionalkantor Cavelius durch das Konzertjahr an der Klais-Orgel zieht. Nicht immer sind es Werke des Thomaskantors, der in diesem Jahr 333. Geburtstag hätte. "B-A-C-H" heißt das Motto, das Kompositionen aus verschiedenen Jahrhunderten mit ihren Bearbeitungen der berühmten Vier-Buchstaben-Tonfolge umschließt. Matthias Mück (Magdeburg) hat dazu eigene Improvisationen, William Saunders aus London gar eine zeitgenössische "B-A-C-H Rumba" von Hans-Martin Kiefer vorbereitet. Insgesamt elf Konzerte gibt es - und erstmals auch den Orgelpreis der Stadtkirche St. Dionysius Krefeld. Es ist ein Coup, den Cavelius gemeinsam mit Professor Daniel Zaretzky vom "Rimski Korsakow"-Konservatorium in St. Petersburg ausgeheckt hat: So hat ein junges Musiktalent die Chance, in Deutschland aufzutreten. Denn ein Konzert in Krefeld gehört zu diesem Preis. In diesem Jahr kommt Mansur Yusupow. Der 35-Jährige ist Titularorganist der Kathedrale Kaliningrad und stellt sich in Krefeld am 16. September vor.

"Wir haben keine Mühe, Interpreten zu finden, im Gegenteil, es kommen immer viele Anfragen", berichtet Cavelius. Die im Jahr 2007 gebaute Orgel hat nicht nur regional einen guten Ruf.

Davon profitieren auch die Orgelmusiken zur Marktzeit. Mit halbstündigen Konzerten am ersten Samstag eines Monats und in der Adventszeit hat Cavelius schon manchen Fan auch für ungewohnte Orgelklänge gewonnen. In diesem Jahr geht es um alle 16 Orgelwerke von Georg Friedrich Händel. "Im Original sind sie für Orgel und Orchester konzipiert, aber so werden sie selten gespielt. Hier hört man die Solofassungen, und sie sind auch für Nicht-Orgelkenner sehr unterhaltsam", sagt der Regionalkantor. Ursprünglich waren sie als leichte Pausenmusiken der sehr langen und schwierigen Oratorien Händels geschrieben worden. Witziges Beispiel am 15. Dezember ist "Kuckuck und Nachtigall" (HWV 295). Alle Konzerte werden aus Spenden finanziert, der Eintritt ist frei. Die Termine:

. Am 6. Januar spielt Cavelius Händel (Orgelkonzert Nr. 2 B-Dur), Bach ("Wie schön leuchtet der Morgenstern") und der Marsch der Heiligen Drei Könige von Théophile Stern. Weitere Musiken am 3. Februar (Orgelkonzert Nr. 3), 3. März (A-cappella-Gesänge mit dem Rachmaninov-Ensemble aus Kiew), 7. April (Orgelkonzert Nr. 14, Thai Ton Ha Van); 5. Mai (Nr. 4 und Nr. 5); 2. Juni (Nr. 1, Ute Gremmel-Geuchen); 7. Juli (Nr. 6), 1. September (Nr. 8 und Nr. 9); 6. Oktober (Nr. 15 und Sonate d-Moll mit Margerita Schützeichel, Blockflöte, und Reimara Maasen, Orgel); 3. November (Nr. 10 und 11); 1. Dezember (Nr. 12); 8. Dezember (Nr. 7, Josef Schwalbach); 15. Dezember (Nr. 13 "Kuckuck und Nachtigall"), 22. Dezember (Nr. 13).

Thema "B-A-C-H" (jeweils 16.30 bis 17.30 Uhr). Die Interpreten sind Andreas Rothkopf (21. Januar), Johannes Trümpler (11. März), Matthias Mück (22. April), Iveta Apkalna (27. Mai, Anmeldung empfohlen), Thorsten Maus (17. Juni), Mikhail Pavaly (8. Juli), William Saunders (12. August); Andreas Cavelius (26. August und 14. Oktober), Mansur Yusupow, Orgelpreisträger (16. September), Ute Gremmel-Geuchen und Vokalensemble St. Dionysius (18. November).

Programmhefte liegen in der Kirche St. Dionysius aus.

(jeweils 11.30 bis 12 Uhr)
 
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