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Krefeld
Ostwall-Baustelle: Scharfe Kritik des Einzelhandels

Krefeld: Ostwall-Baustelle: Scharfe Kritik des Einzelhandels
So soll das Glasdach der neuen Ostwall-Haltestelle einmal aussehen. Voraussichtlich im September soll es fertig sein. FOTO: Stadt
Krefeld. Verzögerungen beim Haltestellenumbau schüren Unmut und die Sorge vor Millionenverlusten. Die Stadt weist die Kritik zurück. Von Jens Voss

Die Verzögerung bei der Fertigstellung der Ostwall-Haltestelle wäre nach Überzeugung der sogenannten "Gruppe der Innenstadtakteure" vermeidbar gewesen, wenn die Stadt einen Projektsteuerer engagiert hätte - so wie es von der Stadt zugesagt gewesen sei. Nun fürchtet der City-Handel neue Millionenverluste.

Wie berichtet, wird sich die Fertigstellung der Baustelle um mindestens drei Monate von Juni auf September verzögern. Planungsdezernent Martin Linne weist die Kritik zurück. Zu der Verzögerung um drei Monate sagte er: "Entschuldigung, damit muss man bei einem nicht-seriellen, ganz neuen Modell immer rechnen." Zuletzt war bekanntgeworden, dass es Probleme mit den Glasdächern für die Haltestelle gibt - offenbar fehlen noch Baugenehmigungen.

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Die Innenstadtakteure werfen der Stadt vor, sie habe die Zusicherung gebrochen, die Partner stets über neue Entwicklungen zu informieren. "Die Entscheidung über das weitere Vorgehen wurde ohne Anhörung der Innenstadtakteure getroffen. Damit fügt die Verwaltung der Stadt Schaden zu. So stellen wir uns den Umgang nicht vor".

Die Belastung für die Geschäftswelt sei schon jetzt enorm: Genannt werden 50 Millionen Euro Umsatzverluste, Ladenschließungen und ein Rückgang um 30.000 Parkkunden im Kaufhof-Parkhaus. Nun sei auch die Planungssicherheit für die nächste Saison dahin. Die Gruppe fürchtet, dass die Probleme nicht innerhalb von drei Monaten zu lösen seien: "Hochgerechnet können hier weitere 30 bis 50 Millionen Euro zusammenkommen, je nachdem, ob auch die Monate November bis Januar betroffen sind."

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Dezernent Linne erklärte auf Anfrage, die Vorwürfe seien bedauerlich und teils falsch. So habe man mit der Firma Schüßler-Plan aus Düsseldorf sehr wohl einen Projektsteuerer engagiert. Linne zeigte sich überzeugt, dass es bei der Verzögerung bis September bleibt.

Die Gruppe sei über die Verzögerung vergangene Woche im Zusammenhang mit Überlegungen der SWK Mobil zum Straßenbahnverkehr informiert worden: Man habe mit der SWK beschlossen, den Straßenbahnverkehr nach den Osterferien bis zum Sommer provisorisch über den Ostwall abzuwickeln - dies bringe der City bis zum Beginn der Glasdach-Montage Frequenz. Der Handel favorisiert eine Öffnung für den Auto-Verkehr; dies sei einfacher als die vorübergehende Einrichtung der Straßenbahnlinie.

Quelle: RP
 
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