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Krefeld
Ostwall-Passage: Kik geht ins Untergeschoss

Krefeld: Ostwall-Passage: Kik geht ins Untergeschoss
Der Grundriss der Passage: Betritt man sie vom Ostwall her (rechts), öffnet sich ein Innenhof; von ihm aus führt - links erkennbar - ein Durchgang zur Petersstraße mit dem Behnisch-Haus.
Krefeld. Über die neueste Entwicklung des Neubauareals am Ostwall informierte die Wohnstätte und Krefelder Bau AG die betroffenen Geschäftsleute. Der Baubetrieb schafft Ärger, aber das Viertel wird zum Nutzen der Anlieger aufgewertet. Von Norbert Stirken und Otmar Sprothen

Der Durchbruch in den Verhandlungen mit dem Textildiscounter Kik erfolgte spät. In der vergangenen Woche unterzeichneten Krefelder Bau GmbH und Kik entsprechende Verträge. Der Billiganbieter zieht mit seinem Laden auf 600 Quadratmeter ins Untergeschoss der neuen Ostwall-Passage; im Erdgeschoss verbleiben nur noch 90 Quadratmeter. Ursprünglich hatte der Bauherr keine gewerbliche Nutzung des Untergeschosses vorgesehen.

Thomas Siegert, Chef der Wohnstätte und Krefelder Bau AG, hat mit dem neuen Vertrag gleichsam zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: zum einen eine städtebauliche Aufwertung, indem der Textildiscounter Räume für eine andere Nutzung im Erdgeschoss freimacht, und zum anderen durch die zusätzlich geschaffene vermarktbare Fläche.

Blick in den Innenhof der Passage: Links erkennbar der Durchgang zur Petersstraße mit dem Behnisch-Haus. FOTO: Wohnstätte

"Wir mussten noch einmal umplanen", sagte Siegert gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Im Rahmen des Bauantrags müssten nun zusätzliche Auflagen wie Brandschutz, Fluchtwege, Belüftung und anderes für die Nutzung des über Rolltreppen erschlossenen Untergeschosses berücksichtig werden. Im nächsten Monat sollte der Bebauungsplan rechtskräftig werden, dann reicht die Bau GmbH den Bauantrag ein.

Siegert informierte am Mittwoch Abend in einer Infoveranstaltung die örtlichen Einzelhändler und Interessierte. Die Ostwall-Passage mit "Durchgangssituation und angrenzendem Platzcharakter" könne jetzt stärker aufgelockert werden. Dort sollen Lokale mit Außengastronomie und dem Verkauf von Marktwaren angesiedelt werden, die das Angebot des Stadtmarktes am Behnisch-Haus vervollständigen.

Der Zustand heute: Die drei Häuser rechts neben der Apotheke (verdeckt vom weißen Lkw; der Schriftzug ist aber erkennbar) weichen; an ihre Stelle kommt die Eingangsfassade zur neuen Ostwallpassage. FOTO: Wohnstätte

Die in dem weiträumigen Abrissareal zwischen Ostwall, Peters- und Neuer Linner Straße entstehenden aufgelockerten Baukörper sollen eine bunte Mischung von Arztpraxen, gastronomischen Betrieben, Gewerbe, Büros und Wohnen aufnehmen, die dem über 2200 Quadratmeter umfassenden Baugrundstück eine eher kleinteilige Wirkung verleihen. "Damit gewinnen wir eine städtebaulich akzeptable Lösung, die das Revier aufwertet", sagt Siegert.

Bereits jetzt haben Gespräche mit Interessenten begonnen, die sich hier ansiedeln wollen. Darunter sind auch die Stadtwerke, die ihr Info-Center am Ostwall einrichten möchten. "Wir stehen in sehr guten Verhandlungen", sagte Siegert. Weniger optimistisch klang da Privatinvestor Konrad Steinert, der ebenfalls mit ernsthaften Interessenten Kontakte pflegte. "Als die aber das Umfeld sahen, sprangen sie wieder ab", berichtete er enttäuscht.

So wird es aussehen: Mittig der neuen Fassade ist der Eingang erkennbar; die Passage wird nicht durchgehend überdacht sein: Der Zugang zur Passage mündet in einen Hof. Er ist in der Animation unten dargestellt.

Der Abriss der bisherigen Bebauung kommt gut voran und soll bis zum Sommer abgeschlossen sein. Der Baubeginn auf dem benachbarten Grundstück der Werkkunstschule, wo die Wohnstätte ein neues Verwaltungsgebäude für eigene Zwecke errichtet, ist für April angesetzt, das Richtfest ist dann im November. Zwischen Oktober 2016 und Februar 2017 sollen die einzelnen Baukörper fertiggestellt sein.

Da die Bauarbeiten zur gleichen Zeit vonstatten gehen, fallen in der Spitzenlast bis zu 35 Lkw-Fahrten an, die ausschließlich über Peters- und Neue Linner Straße erfolgen. Der Belastung der Anlieger will Koordinator Eckhard Lüdecke dadurch entgegenwirken, dass die Lkw sich am Sprödentalplatz sammeln und erst bei Bedarf abgerufen werden.

Quelle: RP
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