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Krefeld
Ostwall: Straßenbahn fährt ab 13. April

Krefeld: Ostwall: Straßenbahn fährt ab 13. April
Planungsdezernent Martin Linne erläuterte gestern anhand eines Planes, wo die Standorte der Masten für die provisorische Oberleitung liegen. Nach Ostern, ab 13. April, fahren die Bahnen vorübergehend wieder. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Stadt und SWK haben gestern das genaue Vorgehen am Ostwall erläutert. Dezernent Linne zweifelt die Verlust-Zahlen des Einzelhandels an: Die Primark-Eröffnung habe der City mehr Frequenz gebracht. Von Jens Voss

Für die Zeit zwischen dem 13. April und Ende Juli wird es wieder einen normalen Straßenbahnverkehr an der Haltestelle Ostwall/ Rheinstraße geben - mit geschätzt 40.000 Fahrgästen pro Tag. Hintergrund: Auf der Baustelle wird nach dem Aufziehen der letzten Asphaltdecke erst einmal Stillstand herrschen: Die Montage der Glasdächer verzögert sich um drei Monate (wir berichteten). Ab Anfang September sollen die Dächer dann montiert werden. "Die Übergangszeit mit den Straßenbahnen lässt sich gut händeln", sagte Planungsdezernent Martin Linne gestern vor der Presse.

Die Verzögerung hat beim Krefelder Einzelhandel für massive Verstimmung gesorgt. Wie berichtet, fürchtet der Handel neue Millionen-Verluste, sollte die Dauer der Baustelle sich bis ins Weihnachtsgeschäft erstrecken. Der Handel hätte auch lieber gesehen, wenn der Ostwall schon für den Autoverkehr geöffnet worden wäre, statt den Straßenbahnverkehr übergangshalber zu installieren.

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Linne versuchte gestern erneut, die Gemüter zu beruhigen, und bekräftigte, dass die Baumaßnahme Mitte Oktober abgeschlossen werde. Der Dezernent zweifelte auch die Klagen des Einzelhandels über dramatische Frequenzverluste in der City an. Er geht davon aus, dass vor allem die Händler unmittelbar am Ostwall Umsatz verloren haben. Seinem Eindruck nach sei aber der Publikumsverkehr auf der Hoch- und der Königstraße ungebrochen. Zudem habe er vom neuen Besitzer des Schwanenmarktes gehört, dass die Besucherfrequenz dort seit Eröffnung von Primark sogar gestiegen sei.

Der Dezernent räumte ein, dass die Entscheidung für die provisorische Einrichtung des Bahnverkehrs ohne Rücksprache mit dem Handel erfolgt sei, betonte aber auch, dass es die Option Autoverkehr nie gegeben habe, weil die Ampeln noch nicht installiert seien.

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Die Verzögerung war durch eine Besonderheit im deutschen Vergaberecht verursacht worden, die in der Verwaltung nicht bekannt war: Demnach wurde das Glasdach in zwei Schritten geplant: Im ersten Schritt ging es um die Planung, Konstruktion und Genehmigungsfähigkeit des Dachs - hier hatte eine Firma den Zuschlag bekommen. Im zweiten Schritt ging es um den Bau des Dachs; den Zuschlag hier hat ein spanisches Unternehmen bekommen, das eben nicht identisch war mit der Firma aus Phase eins.

Was in der Verwaltung nicht bekannt war: Auch die zweite Firma musste ihre Konstruktionsunterlagen von der Bezirksregierung genehmigen lassen.

Quelle: RP
 
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