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Krefeld
Outokumpu: 19 Verletzte bei Gasexplosion

Krefeld: Outokumpu: 19 Verletzte bei Gasexplosion
Rund 50 Sanitäter und Einsatzkräfte der Feuerwehr waren kurz nach der Explosion an der Unglücksstelle an der Oberschlesienstraße. FOTO: Strücken
Krefeld. Es war ein Schreck in der Morgenstunde - an einem Freitag, dem 13.: Insgesamt 19 Menschen sind gestern bei einer Explosion im Edelstahlwerk Outokumpu an der Oberschlesienstraße verletzt worden. Von Joachim Niessen

Die Opfer, alle Mitarbeiter des Betriebs, klagten über Atemwegreizungen, vier Personen wurden vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Kollege, der Erste Hilfe leisten wollte, erlitt dabei eine leichte Verletzung an der Schulter. Die Ursache des Unglücks: menschliches Versagen. Ein externer Lkw-Fahrer hatte eine angelieferte chemische Flüssigkeit in einen falschen Tank auf dem Gelände des Unternehmens eingefüllt. Durch die Mischung der verschiedenen Stoffe kam es zur Explosion. Eine Gefährdung für die Umwelt oder die Anwohner bestand nach Aussage der Feuerwehr nicht.

Es ist 8.04 Uhr, als eine Explosion das Gelände des Edelstahlwerks von Outokumpu erschüttert. Eine Rauchsäule steigt aus einem Innenhof auf dem Gelände hinter dem Tor 3 in den Himmel. Zahlreiche Menschen laufen dort umher. Es gibt Verletzte. Nur Sekunden später ertönen Sirenen von Einsatz- und Rettungsfahrzeugen überall im Stadtgebiet. Sofort ist die Werkfeuerwehr vor Ort.

Die Lage ist unklar. Sicher ist nur: Es sind giftige Chemikalien in die Luft gelangt. Um welche Stoffe genau es sich handelt, sagt Oliver Picht, Vorsitzender des Vorstandes von Outokumpu, auch Stunden später nicht. Doch die Gefahrenlage ist eindeutig. In Spezialanzügen nähern sich zwei Kräfte der Werkswehr dem Unglücksort.

Dort hatte zum Zeitpunkt der Explosion ein firmenfremder Lkw-Fahrer eine flüssige Chemikalie angeliefert und in einen Tank des Unternehmens eingefüllt. Über Menge und Art des Stoffs sagt Picht ebenfalls nichts. Nur: "Der Lkw-Fahrer hat nicht die benötigte Freigabe durch das Unternehmen zur Betankung abgewartet." Der Mann steckt das Anschlussventil des Wagens in einen falschen Tankstutzen. Als er den Zufluss öffnet, reagieren die unterschiedlichen Stoffe sofort. Es kommt zur Explosion. 50 Personen sind in diesem Moment in der Nähe. Durch die Druckwelle wird niemand verletzt. Nur die belastete Luft setzt den Menschen zu, die Atemwege reagieren gereizt.

Es ist 8.30 Uhr, als in Stahldorf von allen Seiten Einsatzfahrzeuge eintreffen. Durchs Tor 3 des Werks rasen ununterbrochen Rettungswagen und Wagen der Feuerwehr, auch der Gefahrgut-Container ist im Einsatz. Feuerwehrchef Dietmar Meissner ist vor Ort. "Wir sahen ein zerborstenes Behältnis", erklärt er später. Mit Gasmasken und Schutzanzügen nähern sich zwei weitere Kräfte der Feuerwehr der Unglücksstelle. "Die Menschen hatten gesundheitsschädliche Dämpfe eingeatmet", so Meissner. Sanitäter übernehmen die Erstversorgung. Vier Opfer müssen ins Krankenhaus. "Eine reine Vorsorgemaßnahme", versichert Picht.

Nach der Versorgung der Menschen beginnt die Wehr mit Aktivitäten zur Gefahrenabwehr für die Umwelt. "Alle Sicherungsmaßnahmen haben sofort gegriffen", so Vorstandsvorsitzender Picht. Das gilt zumindest für das Auffangbecken, in das Teile der Flüssigkeit nach der Explosion geflossen sind. Das bestätigt die Feuerwehr. Die stellt bei den folgenden Luft-Messungen auf dem Werksgelände keine Belastungen "über den Grenzwerten" fest. Außerhalb des Geländes schlagen die Prüfgeräte der Experten gar nicht an.

Aufräumen und aufatmen heißt es gegen 11.30 Uhr bei Feuerwehr und Firmenleitung. "Das war noch einmal Glück im Unglück", so ein abrückender Feuerwehrmann. Abgeschlossen ist der Vorfall damit aber noch nicht. Nun haben Arbeitsschutz und Kripo mit der Untersuchung begonnen.

Quelle: RP
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