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Krefeld
Outokumpu: Startschuss in eine neue Zeit

Krefeld: Outokumpu: Startschuss in eine neue Zeit
Minister Garrelt Duin, Betriebsrat Ralf Heppenstiel, Oberbürgermeister Frank Meyer und Outokumpu-Nirosta-Chef Oliver Picht (von links) schlagen beim Richtfest für die neue Halle vier Nägel ins Gebälk. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Der finnische Stahlkonzern investiert 108 Millionen Euro in den Standort Krefeld. Gestern feierten die Belegschaft, Vorstandsvorsitzender Oliver Picht und Landeswirtschaftsminister Garrelt Duin Richtfest der neuen Haubenglüherei. Von Norbert Stirken

In drei Monaten will Outokumpu Nirosta in der neuen knapp 3000 Quadratmeter großen Halle für die Haubenglüherei die Produktion aufnehmen. Gestern war Richtfest. Ein Jahr ist seit dem ersten Spatenstich vergangen. Vorstandsvorsitzender Oliver Picht sprach im Beisein des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministers Garrelt Duin (SPD) davon, dass auf dem 20 Hektar großen Gelände gleichsam ein neues Werk, eine neue Fabrik errichtet werde. Mit einer Investition von 108 Millionen Euro soll der Standort Krefeld gestärkt und das Unternehmen zukunftsfähig werden.

Die neue Haubenglüherei stellt mit einem Anteil von 16 Millionen Euro nur einen kleinen Teil des Pakets dar. Zusammen 70 Millionen Euro fließen in die jeweils 250 Meter lange Beizlinie und die Blankglühlinie. Dazu wurden bestehende Hallen genutzt und vorhandene Maschinen modernisiert und aufgerüstet. Nach Abschluss aller Arbeiten kommen die Beschäftigten aus Benrath nach Krefeld. "Dann hat der Coil-Tourismus ein Ende und wir können endlich Synergien und Erfahrungen optimal nutzen", erklärte Picht. Die Pläne, den Standort Düsseldorf-Benrath aufzugeben und nach Krefeld zu verlagern, lägen schon Jahrzehnte in der Schublade, berichtete Picht. Der Umbau von Outokumpu Nirosta solle den weltweiten Technologieführer in der Herstellung von Edelstahl in die Lage versetzen, schnell und mit hoher Qualität auf die Erfordernisse des Marktes zu reagieren. Bekanntlich leidet die Stahlbranche unter den enormen Überkapazitäten aus China und dem daraus resultierenden Preisverfall.

Landesminister Duin begrüßte es deshalb, dass Ausbildung, Forschung und Entwicklung in Krefeld eine solch große Rolle spielten und die Anlagen energiesparend und umweltschonend betrieben werden könnten. Duin und Picht vergaßen nicht zu erwähnen, dass der Umbau von Outokumpu Nirosta Opfer gekostet habe. Das Werk Bochum sei ebenso geschlossen worden wie die so genannte Flüssigphase in Krefeld. "Trotzdem ist niemand in die Arbeitslosigkeit entlassen worden", erklärte der Minister und lobte den mit den Arbeitnehmervertretern ausgearbeiteten Sozialplan.

Die ersten Demontagen alter Maschinen begannen bereits im Dezember 2014. Nach umfangreichen Baumaßnahmen werden derzeit die neuen Anlagen in Krefeld montiert. Im Juli dieses Jahres sollen die Arbeiten dann endgültig abgeschlossen sein und die Produktion beginnen. Die ausgebaute Fertigung von ferritischen, rost-, säure- und hitzebeständigen Güten umfasst dann die Arbeitsschritte Haubenglühen, Beizen, Kaltwalzen, Blankglühen, Dressieren (Fertigung hochwertiger, hochglänzender Oberflächen).

Die rund 26 Meter hohe Halle für die Haubenglüherei, für die gestern Richtfest gefeiert wurde, soll 13 Hauben aufnehmen. Unter jeder Haube können bis zu vier, je 25 Tonnen schwere Coils (Bandstahlrollen) mit Erdgas und Wasserstoff auf rund 800 Grad Celsius erhitzt werden. Das Bauwerk wurde von Rostek & Pesch aus Uerdingen gebaut. Die Edelstahlsorten von Outokumpu werden übrigens zu 70 bis 90 Prozent aus Recyclingmaterial hergestellt.

Der 0,2 bis 2,5 Millimeter dünne Edelstahl wird vor allem für Weiße Ware (Waschmaschine, Geschirrspülmaschine, Wäschetrockner) in der Automobilindustrie und für die Herstellung von Haushaltswaren wie Töpfe und Pfannen eingesetzt.

Quelle: RP
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