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Krefeld
P&C kauft der Stadt für Neubau 4,60 Meter breites Straßenstück ab

Krefeld: P&C kauft der Stadt für Neubau 4,60 Meter breites Straßenstück ab
Der Ziellenbach-Komplex rechts steht seit vielen Jahren leer. Auf der Grundfläche soll der Neubau von Peek und Cloppenburg entstehen. Der reicht zukünftig 4,60 Meter (bis zur rechten Baumreihe) in die Friedrichstraße hinein. Links ist das Gebäude mit dem Textildiscounter C & A zu erkennen. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Stadt hat dem Textilhandelsriesen einen 4,60 Meter breiten Streifen von der Friedrichstraße verkauft. Das Büro Kleihues und Kleihues bereitet nun die Unterlagen für die Baugenehmigung vor. Von Norbert Stirken

Schritt für Schritt treibt der Textilhandelsriese Peek und Cloppenburg hinter den Kulissen seine Investition in der Krefelder Innenstadt voran. Bei einem gemeinsamen Notartermin mit der Stadt ging es um den Kauf eines rund 250 Quadratmeter großen Grundstücks auf der Friedrichstraße. Dieser Streifen ist für die Realisierung des geschätzt 120 Millionen Euro teuren Neubaus am Standort des früheren Ziellenbach-Komplexes gegenüber den Geschäftsräumen von C&A nötig. Schließlich will die Düsseldorfer Konzernzentrale das Gebäude exakt 4,60 Meter in die Friedrichstraße hineinziehen.

Die Diskussion darüber, ob die Kommune diesen Eingriff in historische Sichtachsen und Wegeverbindungen erlauben sollte, ist seit dem Mai des vergangenen Jahres beendet. Zu diesem Zeitpunkt erlangte der Bebauungsplan 775 Rechtskraft. Die von P&C gekaufte Fläche ist straßenrechtlich entwidmet. Zuvor befand sich das Unternehmen bereits im Eigentum der 2200 Quadratmeter Grundfläche zwischen Kloster-, Friedrich- und St.-Anton-Straße. Die große Lösung mit dem Areal Deichmann und Kaiser's Tengelmann war im Vorfeld gescheitert.

Krefelds Planungsdezernent Martin Linne erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass P&C ganz im Stile seriöser Kaufleute einen Schritt nach dem andere gehe und nicht parallel an mehreren Stellschrauben gleichzeitig drehe. P&C sei ein inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen, das mit dieser bewährten Geschäftspolitik erfolgreich sei.

In einem nächsten Schritt gehe es jetzt darum, den Bauantrag vorzubereiten. Darum kümmert sich die Firma Naxos - einer der Gesellschaften von Peek und Cloppenburg, die den Grundbesitz des Textilhandelsriesen verwaltet. Nach Erteilung der Baugenehmigung durch die Stadt Krefeld sei P&C in der Lage, den Neubau binnen eines Jahres zu errichten, hieß es bereits im November 2011, als Oberbürgermeister Gregor Kathstede erstmals über das Interesse der Düsseldorfer informierte.

Mit der Erarbeitung des Bauantrags und der konkreten Planung des P&C-Neubaus ist nach Informationen unserer Redaktion das Büro Kleihues und Kleihues Gesellschaft von Architekten GmbH in Dülmen -Rorup beauftragt.

Die Fachleute, die auch Büros in Oslo und Berlin unterhalten, sind international tätig und haben bereits im Bau von Handelshäusern Meriten erworben. Kleihues zeichnet nicht nur für den Umbau und die Erweiterung der Galeria Kaufhof am Berliner Alexanderplatz verantwortlich, sondern auch für die Münster-Arkaden, in denen Peek und Cloppenburg auf vier Etagen seit der Eröffnung vor rund zehn Jahren ansässig ist. Kleihues ist seit Jahrzehnten als Generalplaner und in der Durchführung klassischer Architektenleistungen aller Leistungsphasen im In- und Ausland tätig. In der norwegischen Hauptstadt Oslo beispielsweise hat das Büro das Nationalmuseum für Kunst, Architektur und Design gebaut.

Der P & C-Bau soll dreigeschossig werden. Das Flachdach wird begrünt, die Fassade ist aus Glas, 6900 Verkaufsfläche soll das Geschäft haben. Die Eckbereiche des Komplexes sollen abgerundet erscheinen. In einer Höhe von 4,50 Meter soll ein Vordach etwa 1,50 Meter tief über den Straßenraum reichen. Wichtiges Detail: Das einst angedachte Hineinragen der Fassade auf bis zu fünf Meter in den Straßenraum fällt mit 4,60 Meter dezenter aus und soll nur auf rund 55 Meter Länge umgesetzt werden. Im Bereich der Kreuzung Friedrichstraße/Rheinstraße soll das Straßenbild sich wieder weiten und ein Platzcharakter entstehen, erklärte Linne seinerzeit.

Quelle: RP
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