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Krefeld
Pakistani wegen Misshandlung verurteilt

Krefeld. Das Schöffengericht hat einen Krefelder Geschäftsmann zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sah acht Fälle der gefährlichen Körperverletzung als erwiesen an. Es ging um einen Landsmann aus Pakistan, den er über Jahre hinweg mehrfach misshandelt habe. In einem Fall sah das Gericht auch den Vorwurf der Freiheitsberaubung als erwiesen an. Das Opfer hatte ausgesagt, ausgebeutet, eingesperrt und immer wieder auch mit Gegenständen wie Stühlen und Eisenstangen geschlagen worden zu sein.

Zwischen 2008 und 2013 habe er in den Geschäften des Angeklagten ohne Bezahlung arbeiten und ihm darüber hinaus seine sonstigen Einkünfte aushändigen müssen, hatte das Opfer berichtet. Der Landsmann habe ihm nach der Ankunft auch seine Ausweisdokumente abgenommen. Insgesamt sei er um 60.000 Euro gebracht worden, schätzte der Zeuge. Allerdings hatte er selber bei der Polizei angegeben, dem Landsmann einen Teil des Geldes freiwillig überlassen zu haben, damit dieser es nach Pakistan schicke. Das Geld sei aber nicht angekommen.

Der Vorwurf des Menschenhandels wurde eingestellt. Das Gericht war dem Antrag der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage gefolgt. Insgesamt waren sechs Männer angeklagt. Gegen vier von ihnen wird das Verfahren im Dezember fortgesetzt. Da ihnen lediglich Beihilfe vorgeworfen wird, sind im Falle einer Verurteilung mildere Strafen zu erwarten. Ein weiterer Angeklagter war schon zum Prozessauftakt Anfang Oktober nicht erschienen. Er soll sich bereits nicht mehr in Deutschland aufhalten und wird gesucht.

(BL)
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