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Zoo Krefeld
Parkplatz-Planung der Stadt verärgert die Zoofreunde

Zoo Krefeld: Parkplatz-Planung der Stadt verärgert die Zoofreunde
Der Parkplatz am Zoo wird besonders gerne von Besuchern genutzt, die mit kleinen Kindern und entsprechendem Gepäck unterwegs sind. Aber auch Gehbehinderte schätzen die Nähe zum Eingang. FOTO: bk
Krefeld. Eine Stellungnahme des Zoos zum Parksystem wurde nicht berücksichtigt. Die Bezirksvertreter Ost fordern deswegen eine neue Vorlage. Die Zoofreunde sprechen von einem "Affront". Von Bärbel Kleinelsen

Mit Unverständnis und Unmut reagierten am Donnerstagabend die Vertreter der Bezirksvertretung Ost auf eine Vorlage der Verwaltung zur "Bewirtschaftung von drei Großparkplätzen", zu denen auch der Parkplatz direkt am Zoo zählt. In der dreiseitigen Ausarbeitung fehlte die "Stellungnahme zur Bewirtschaftung", die Zoodirektor Wolfgang Dreßen dem Fachbereich Tiefbau bereits am 16. August 2016 hatte zukommen lassen.

In der Sitzung der Bezirksvertretung Ost sagte Dreßen: "Der Zoo ist gebeten worden, Stellung zu beziehen. Das haben wir auch gemacht, und eine entsprechende Stellungnahme am 16. August 2016 abgegeben. Dieses Papier habe ich auch als Anlage in den Aufsichtsrat gebracht. Dann war Monate lang Schweigen im Wald. Und auf einmal bekomme ich die jetzige Vorlage, in der mit keinem Wort die Bedenken des Zoos erwähnt werden." Dreßen betont: "In der Vorlage ist nichts mit dem Zoo abgestimmt worden."

Als "gegen den Zoo gerichtete Maßnahme" bezeichnen die Zoofreunde die Planungen der Stadt, den Parkplatz an der Ecke Uerdinger-/Violstraße zu bewirtschaften und ein Entgelt von 50 Cent pro 30 Minuten (Tageshöchstsatz fünf Euro) zu erheben. "Das ganze Ding ist eine Nullnummer und würde einen Einbruch der Besucherzahlen nach sich ziehen. Wir haben eine Super-Saison hinter uns und können uns eine Verärgerung der Besucher nicht erlauben", erklärte Dietmar Schörner, stellvertretender Vorsitzender der Zoofreunde, auf Anfrage der Redaktion verärgert. Es sei "ein Affront" der Verwaltung, die Sicht des Zoos bei der Planung der Parkplatzbewirtschaftung völlig außen vor zu lassen.

In seiner Stellungnahme bezeichnete Wolfgang Dreßen die Einführung von Gebühren auf dem Zoo-Parkplatz ohne Rückerstattung oder Gegenwert für die Zoobesucher als "Schnellschuss" und "kontraproduktiv, um Besucher langfristig an den Zoo zu binden".

Eine städtebauliche Langzeitplanung des gesamten Areals um den Zoo hält zwar auch Dreßen für "dringend erforderlich". Allerdings sieht er den Schwerpunkt darin, Perspektiven für eine räumliche Entwicklung des Zoos aufzustellen. Von einer Einführung der Gebührenerhebung rät die Zooleitung in ihrem Schreiben ausdrücklich ab und erläutert, dass die kostenfreien Parkplätze in direkter Nähe des Zoos ein wichtiger Faktor für die positive Entwicklung des Zoos seien, wie eine Besucherbefragung bereits 2015 ergeben hätte. Deswegen betreibe der Zoo auch aktiv Werbung für kostenfreies Parken in unmittelbarer Nähe des Eingangs an der Uerdinger Straße.

Dreßens Sorge: "Die Einführung von Parkgebühren wird zu einer Abwanderung von Zoobesuchern führen", da sich der Zoobesuch empfindlich verteuere. Ziel sei es jedoch im Rahmen der gemeinnützigen Verpflichtung der Zoo GmbH den Eintritt weiterhin sozial verträglich zu halten. Somit sei nur eine Rückerstattung der Parkkosten für Zoobesucher und -mitarbeiter denkbar. Das setze aber einen finanziellen Ausgleich durch die Stadt voraus.

Die Bezirksvertreter aller Parteien zeigten sich höchst unzufrieden über das Vorgehen der Verwaltung. Bezirksvertreterin Angelika Brünsing (CDU) sagte: "Es ist ein Unding, wenn der Zoo dadurch Besucher verlieren würde." Bezirksvorsteher Wolfgang Merkel formulierte den Beschluss: "Die Bezirksvertretung Ost empfiehlt dem Planungsausschuss, eine neue Vorlage unter Einbeziehung des Schreibens von Wolfgang Dreßen vom August 2016 einzufordern."

Quelle: RP
 
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