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Krefeld
Passwörter: Eselsbrücken fürs Internet

Krefeld: Passwörter: Eselsbrücken fürs Internet
Experten der Krefelder Polizei informieren über das Thema Sicherheit im Internet. FOTO: Sebastian Gollnow/dpa
Krefeld. Senioren mehr Sicherheit im Internet bieten, das hat sich der Arbeiter-Samariter-Bund vorgenommen. Neben Kursen rund um PC, Tablet und Smartphone gibt es auch Tipps der Polizei, um der Online-Kriminalität aus dem Weg zu gehen. Von Bianca Treffer und Joachim Niessen

Fast jeder zweite Krefelder, der älter als 60 Jahre ist, nutzt das Internet. Das gilt auch auch für Sabine Arend. "Ich bin bin von der Vielfalt der Möglichkeiten im Netz begeistert", sagt die 67-Jährige. Sorge bereitet der Hülserin in diesem Zusammenhang etwas ganz anderes: "Wie sieht es dort mit der Sicherheit aus?"

Hilfen und Antworten gibt die Krefelder Polizei. "Der erste wichtige Schritt ist, Sicherung per Firewall, Viren-Programmen und -Scannern aufzubauen. Das gilt nicht nur für PC oder Laptop, sondern auch für Tablet und Smartphone. Wenn das erfolgt ist ein erster wichtiger Schritt getan", erläutert Hans-Peter Schneider. Und damit ist der Kriminalhauptkommissar vom Kommissariat Prävention und Vorbeugung auch schon mitten im Thema. Das Internet gehört mittlerweile nahezu überall zum Leben. Aber die Nutzung der modernen Medien bringt auch Tücken und Fallstricke mit sich.

Genau die rückte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in seiner Fischelner Geschäftsstelle jetzt mit einem Vortrag von Schneider in den Mittelpunkt. Im Gepäck hatte der Experte eine Menge von Tipps, die nicht nur Senioren beim Surfen im Internet berücksichtigen sollten. Ein wichtiger Punkt ist die Zusammensetzung eines Passwortes. "Alle Wörter, die im Duden oder in Lexika vorkommen sind in Programmen, die Kriminelle zum Knacken benutzen, vorhanden", sagt Schneider. Besser eine Kombination wie "MKbjTu41DK!" benutzen. Leicht zu merken mit dem Satz "Mein Kater bekommt jeden Tag um vier eine Dose Katzenfutter". Einfach einen Satz als Denkstütze konstruieren und die Anfangsbuchstaben in Klein- und Großschreibung entsprechend als Kennung nutzen. Dazu sollten Passwörter niemals auf Webseiten gespeichert werden. Wird nämlich zum Beispiel der Server des Unternehmens geknackt, werden Passwörter der Kunden so den Kriminellen frei Haus geliefert. Besonders günstige Angebote im Internet mit Vorsicht genießen, gerade bei Online-Apotheken darauf achten, wer sich dahinter verbirgt und Kaufen lediglich auf Rechnung. Wenn Kreditkarte, dann nur über ein zweites Konto, auf dem sich keine höheren Geldbeträge befinden sollten. Keine QR-Codes einscannen, denn "weiß ich, ob sich dahinter das verbirgt, wo ich hin möchte oder ob jemand einen falschen Code darüber gesetzt hat?", sagt Schneider. Der Kriminalist mahnt auch den Umgang mit Sozialen Netzwerken an. Daten werden hier gespeichert und auch Langfinger nutzen das Medium. Sie erschleichen sich das Vertrauen und kommen auf diesem Weg zum Ziel und das ist das Geld der Opfer.

Die Idee, nach einer längeren Pause erneut einen Vortrag durch die Polizei in Sachen Internet-Kriminalität und -Sicherheit anzubieten, kam beim ASB Ende des vergangenen Jahres auf. "Wir hatten Warnhinweise von der Polizei zu Fake-Shops erhalten und dachten, dass wir einen fachlichen Vortrag, wie wir ihn vor drei Jahren bereits einmal angeboten hatten, wiederholen könnten", sagt Bärbel Deußen. Die Freiwilligenkoordinatorin des ASB stellte den Kontakt zur Polizei her und organisierte die aktuelle Informationsveranstaltung. Dass Senioren die modernen Medien nutzen, zeigt nicht nur das große Interesse am Vortrag, sondern auch die Tatsache, dass es für die PC- sowie Smartphone- und Tablet-Kurse Wartelisten gibt. Der ASB setzt gerade bei Tablet und Smartphone auf kleine Gruppen von zwei bis drei Personen. "Ich erkläre den Teilnehmern nicht nur etwas. Sie sollen es selber ausprobieren, nur dadurch werden sie wirklich sicher im Umgang mit ihren Geräten", weiß Fatih Bayrak. Der Betriebswirt bringt sich beim ASB ehrenamtlich ein und gibt dreimal pro Woche Kurse rund um die moderne Kommunikationstechnik.

In der Krefelder Geschäftsstelle des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), Wimmersweg 29, bietet das Netzwerk Fischeln zahlreiche Angebote für Senioren an. Nähere Informationen gibt es bei Bärbel Deußen, Telefon 02151/ 934 17 28, Mail "b.deussen@asb-krefeld.de".

Quelle: RP
 
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