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Krefeld
Piet Mondrian und das geometrische Weltbild

Krefeld. "Komposition IV, mit Rot" heißt Piet Mondrians Ölbild aus dem Jahr 1926. Wenn das Kaiser-Wilhelm-Museum am 2. Juli öffnet, wird das wegweisende, obwohl nur 40 x 30 Zentimeter große Bild zu sehen sein. Ein "typischer Mondrian". Denn ab den 1920er Jahren hatte der niederländische Maler (1872-1944) die Einflüsse von Vincent van Gogh (Fauvismus) und Pablo Picasso (Kubismus) hinter sich gelassen und die neue Stilrichtung Neoplastizismus geprägt. In seinen geometrischen Farbflächen spiegelt sich Mondrians Verständnis einer harmonischen Ordnung. Wenn sich die Harmonie "um uns wie im äußeren Leben" realisiere, meinte er, habe die Kunst ihren Zweck erfüllt.

Wie das harmonische Gleichgewicht zumindest auf der Leinwand funktioniert, zeigt diese "Komposition": Durch die markante Farbe setzt das kleine rote Quadrat ein Gegengewicht zu der großen weißen Fläche. Das schwarze Liniengerüst verleiht den Farbfeldern optisch Halt.

Mondrians Geometrie ist eine Steilvorlage für viele Designer. "Ist Mondrian also Lifestyle", fragt Thomas Janzen von den Kunstmuseen bei Führungen. Er erinnert an eine Haarpflegeserie von L'Oreal 1986, die im rot-blau-gelben Mondrian-Look warb, und an Plattencover ("De Stijl" von den White Stripes im Jahr 2000).

Bis zur Wiedereröffnung des KWM stellen wir täglich ein Werk aus der Sammlung vor.

(ped)
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