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Krefeld
Plan: Moschee mit Minarett auf Bahnfläche

Krefeld: Plan: Moschee mit Minarett auf Bahnfläche
Die Ecke, wo die Gladbacher Straße auf den Deutschen Ring trifft. FOTO: T.L:
Krefeld. Die Fati-Camii-Moscheegemeinde von der Saumstraße hat große Pläne - das Projekt wertet eine Brachfläche auf. Von Sebastian Peters

Die Gemeinde der Fati-Camii-Moschee plant fußläufig von der Krefelder Innenstadt den Neubau einer Moschee mit Minarett, Begegnungsstätte sowie Tiefgarage. Bisher hat die Gemeinde ihren Sitz an der Saumstraße direkt an der Bahnlinie in einem Hinterhof. Die neuen Pläne sehen vor, dass die Moschee im Dreieck Bahnlinie/Gladbacher Straße/Deutscher Ring gebaut wird. Eigentümer dort ist die Deutsche Bahn. Das Projekt würde eine erhebliche Aufwertung für die brachliegende Fläche bedeuten - die Deutsche Bahn hatte zuletzt im Jahr 2013 die als Parkplatz genutzte Fläche kurzerhand sperren lassen, weil immer wieder Müll illegal dort abgeladen wurde.

Seit wenigen Tagen liegt der Krefelder Politik eine erste Planskizze vor, nachdem die Moscheegemeinde eine Bauvoranfrage an die Stadt Krefeld gestellt hatte. Auf den Plänen ist zu erkennen, dass die Moschee entlang des Deutschen Rings kurz vor der Bahnunterführung entstehen soll und eine Kuppel erhält. Entlang der Gladbacher Straße, ebenfalls vor der Bahnunterführung, entsteht nach derzeitigen Plänen ein Begegnungszentrum. Im hinteren Bereich befindet sich das Minarett. Dort soll es außerdem den Moschee-Eingang und einen Platz mit Wasserfläche geben. Sogar der Rad- und Fußweg "Krefelder Promenade" ist bei der Planung mit berücksichtigt. Dahinter schützen Bäume das Areal zur Bahn. Die Zufahrt zu einer möglichen Tiefgarage ist auf der Planskizze noch nicht eingezeichnet.

Mit dem Krefelder Südbezirk rund um das Hansa-Haus, seit Jahren in Krefeld die Heimat vieler Migranten mit muslimischem Hintergrund, hat die Moschee einen großen Einzugsbereich. Derzeit hat die Fati-Camii-Moschee 300 Mitglieder, ist seit 1983 an der Saumstraße ansässig. Gebetet wird dort in einem ehemaligen Industriebau. Nun wünsche man sich etwas Schöneres, sagte ein Vorstandsmitglied.

Bisheriger Sitz Saumstraße. FOTO: T. L.

Mesut Akdeniz, Vorsitzender der Union der türkischen und islamischen Verbände in Krefeld, bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung gestern, dass es in der Gemeinde den Wunsch eines Neubaus gibt. Man sei aber in einem frühen Planungsstadium, betonte Akdeniz. Der Gemeinde-Vorstand um Sahedin Yilmaz will die Pläne nun konkretisieren und dann erst den Weg an die Öffentlichkeit gehen; gegenüber unserer Zeitung bestätigte aber auch ein Vorstandsmitglied, dass es Neubaupläne gibt.

Es wäre bereits die zweite Moschee in Krefeld, die ein Minarett erhält. Nur wenige hundert Meter Luftlinie von der Gladbacher Straße entfernt wird derzeit die Stahldorfer Yunus-Emre Moschee umgebaut, die als erstes Krefelder islamische Gebetshaus ein Minarett erhält. Inzwischen ist der Bau dort schon weit fortgeschritten, das Minarett hat die volle Höhe erreicht.

Anspruchsvolles Konzept für das Dreieck Bahnlinie/Gladbacher Straße/Deutscher Ring: Moschee (links) und Begegnungsstätte (rechts) rahmen einen Platz mit Brunnen. Oben erkennbar ist die geplante Krefeld-Promenade FOTO: Gemeinde
Quelle: RP
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