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Krefeld
Pointen Schlag auf Schlag mit der Berliner Distel

Krefeld. Mit ihrem Programm "Im Namen der Raute" begeisterte das Kabarett-Trio das Publikum in der gut besuchten Kufa. Von Mojo Mendiola

Von der "Distel" lassen sich Kabarett-Freunde gern stechen, und so war der große Kufa-Saal prima besetzt, als dort das Berliner Ensemble sein Programm "Im Namen der Raute" gab. Schon im Vorspiel ging es Schlag auf Schlag: "Auspuff - Impuff" als Kurzformel für die VW-Skandale seit Peter Hartz, der Umstand, dass deutsche Steuerflüchtlinge die Nation 16 Mal so viel Geld kosteten wie die Integration der zuwandernden Flüchtlinge, und dass die AfD den Euro bei der Wahlkampfkostenerstattung durchaus akzeptiere - das und mehr kam schon, noch ehe die Rahmenhandlung begann.

Und die ging so: Merkel hat Obama zu einem Treffen ins Hotel Adlon eingeladen. BND, CIA, NSA & Co. arbeiten fieberhaft an den Sicherheitsvorkehrungen, während gleichzeitig ein abgeblitzter Verehrer eine Braut in den Keller des Hotels entführt, woraufhin seine SMS an den Bräutigam von den Agenten abgefangen und als Hinweis auf eine Politiker-Entführung missverstanden wird. Urkomische Verwicklungen konnten da nicht ausbleiben, zumal auch noch ein ominöser "Onkel Horst" mitmischte.

Caroline Lux, Timo Doleys und Edgar Harter brillierten in ständig wechselnden Rollen, und die Dialoge waren gespickt mit beiläufig eingestreuten Lachbonbons, zum Beispiel dass man in Deutschland kein Guantanamo brauche, weil man den Musikantenstadl habe, und dass sich die deutsche Bevölkerung zur Frage der Kompetenz von Thomas de Maizière nicht äußern wolle, weil Teile ihrer Antwort den Bundesinnenminister verunsichern könnten. Auch die Idee, den biblischen Moses als Einwanderungswilligen auf eine Frontex-Beamtin treffen zu lassen, bestach durchaus.

Martin Maier-Bodes zugrundeliegendes Buch zeichnete sich aber auch durch eine gewisse Fahrigkeit aus, weshalb mancher Einfall nicht so zünden konnte, wie es das komödiantische Können des Trios - musikalisch übrigens glänzend unterstützt von Tilman Ritter und Falk Breitkreuz - zwingend verdient gehabt hätte.

Da aber, wo ein Thema auch mal schlüssig durchgehalten wurde, zum Beispiel bei der Aufklärung über TTIP im Stile der "Sendung mit der Maus" oder beim Auftritt von Ursula von der Leyen, die sich selbst als die eigentliche Waffe der Bundeswehr gegen den Islamismus outete und ein herrliches Duett mit einem waschläppischen Sigmar Gabriel hatte, da kam die Botschaft prima rüber und erntete entsprechend helle Begeisterung.

Quelle: RP
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