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Krefeld
Politiker diskutieren Schulschließungen

Krefeld. Die Wackelkandidaten stehen fest: Die Hauptschulen Breslauer Straße (Gartenstadt), Danziger Platz (Linn), Inrather Straße (Inrath) und die Theodor-Heuss-Schule (Stahldorf) sind wegen zu geringer Anmeldezahlen von der Schließung bedroht. Von Sebastian Peters

Mindestens eine, wahrscheinlich aber zwei dieser Schulen sollen aufgegeben werden. In wenigen Woche debattiert der Schulausschuss, doch die politische Diskussion ist bereits im vollen Gange.

Die CDU-Sprecherin Stefanie Neukirchner spricht sich gegenüber unserer Zeitung sich dafür aus, kein abruptes Ende einzuleiten. "Wir sind dafür, keine neuen Eingangsklassen mehr zu bilden, aber bestehende Klassen zu Ende zu unterrichten. Wir können Schulen nicht direkt schließen, das würde zu viel Unruhe stiften." Die Krefelder Lehrer-Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht ein von der CDU bevorzugtes langsames Auslaufen kritisch: "Ich kann mir kaum vorstellen, dass das funktioniert", sagt Philipp Einfalt, Vorsitzender der GEW Krefeld.

Frank Meyer, schulpolitischer Sprecher der SPD, hält zwar ein Ende zweier Hauptschulen für denkbar – nicht einverstanden ist er allerdings mit der Vorgehensweise der Verwaltung: "Wenn sie sich sachlich begründen lassen, kann ich mit den Schließungen leben. Aber das muss vernünftiger kommuniziert werden." Die SPD ist verärgert darüber, dass Schulamtsleiter Hendrichs mit den Plänen einer Schließung direkt an die Öffentlichkeit ging.

Die Krefelder Grünen nennen die Anmeldezahlen an den Krefelder Hauptschulen "desaströs" und plädieren für ein Umdenken auf Landesebene – längeres gemeinsames Lernen in Gesamtschulen und Schulverbünde aus Gymnasien, Real- und Hauptschulen. Die Probleme der Schulform haben nach Auffassung von Ratsfrau Barbara Behr nichts mit der demografischen Entwicklung zu tun. Sie seien dem Umstand geschuldet, "dass immer mehr Eltern es ablehnen, ihre Kinder frühzeitig zu sortieren und damit ihre Bildungschancen schon nach der Grundschulzeit festzulegen. Nicht umsonst mussten wieder 170 Schüler abgewiesen werden", sagt Behr.

"Die immensen Anmeldezahlen bei den Krefelder Gesamtschulen täuschen einen Trend vor", sagt FDP-Landtagskandidatin Joana Horch. "Viele Eltern schicken ihre Kinder nicht wegen der Schulform auf eine Gesamtschule, sondern aufgrund der Ganztagsbetreuung." Krefeld brauche keine neue Gesamtschule, sondern ein besseres Angebot an Ganztagsbetreuung, so Horch. Sie plädiert dafür, Haupt- und Realschulen zu Verbundschulen zusammenzuschließen.

Quelle: RP
 
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