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Krefeld
Polizei beschlagnahmt 26 Hunde in Einfamilienhaus

Krefeld: Hunderudel in Wohngebiet beschlagnahmt
Krefeld. Gegen die Halterin der Tiere Am Hirschsprung lag ein Haftbefehl vor, weil sie ein Ordnungsgeld nicht bezahlt hatte. Das massenhafte Halten der Hunde sorgt seit Jahren für Ärger in der Nachbarschaft.  Von Carola Puvogel

Mindestens 26 Hunde, darunter sechs erst wenige Tage alte Welpen haben der Fachbereich Ordnung und die Tierrettung am Dienstag in einem mehrere Stunden dauernden Einsatz aus einem Einfamilienhaus der Straße Am Hirschsprung geholt. Die Tiere wurden auf Tierheime in Moers und Krefeld verteilt, beide Tierrettungsteams waren mit Einsatzwagen vor Ort. Parallel dazu rückte die Polizei an, um einen Haftbefehl gegen die Hundehalterin zu vollstrecken. Die Frau wurde zunächst festgenommen. Nach der Zahlung eines Ordnungsgeldes sei der Haftbefehl gegenstandslos geworden, erklärte Polizeisprecherin Karin Kretzer auf Anfrage unserer Redaktion. Die Frau sei aber zunächst zu ihrer eigenen Sicherheit im Gewahrsam geblieben. Ein Notarzt habe sich über ihre Verfassung ein Bild machen müssen, informierte Karin Kretzer. Der polizeiliche Einsatz sei in Abstimmung mit den städtischen Behörden erfolgt.

Die massenhafte Hundehaltung in dem Wohngebiet hatte in den vergangenen drei Jahren immer wieder für Ärger und Schlagzeilen gesorgt (wir berichteten). Nachbarn hatten wegen Belästigung durch Lärm und den Gestank von Hundekot mehr als 50 Anzeigen geschrieben, fühlten sich aber von Verwaltung und Politik mit dem Problem alleingelassen.

26 Hunde in Krefelder Einfamilienhaus gehalten FOTO: Carola Puvogel

Jetzt hat die Stadt reagiert. "Wir hatten die Situation nicht zu den Akten gelegt, sondern haben sie beobachtet", erklärt Stadtsprecher Manuel Kölker den Einsatz, an dem auch der Leiter des Veterinäramtes, Markus Groß, teilnahm. Gestern Morgen habe man sich vor Ort erneut ein Bild verschaffen wollen, und schnell die Notwendigkeit gesehen, die Tiere anderweitig unterzubringen.

Gegen elf Uhr, berichten Anwohner, habe der Einsatz begonnen. Die Polizei mit zwei Streifenwagen und Hundeführer, Ordnungsamt, Tierrettungsteams waren vor Ort. Zunächst habe die Hundehalterin nicht die Haustür geöffnet, haben die Nachbarn beobachtet. Das Einsatzteam sei zwar auf das Grundstück gelangt, das Haus sei aber verschlossen gewesen, die Rollläden heruntergelassen. Nach rund einer Stunde habe die Halterin schließlich doch aufgemacht.

Tierquäler-Fälle in NRW FOTO: dpa, Andrea Warnecke

In Abwesenheit der Hundehalterin wurden die Tiere eingefangen und in die Tierheime in Moers und Krefeld gebracht. Die Situation gestaltete sich für die Tierretter unübersichtlich. Gegen 15.30 Uhr hatte man 20 ausgewachsene Tiere gezählt und die meisten davon eingefangen. Drei aggressiv wirkende Hunde, die den Einsatz aus einer Ecke des Grundstücks unter lautem Gebell beobachteten, sollten am Ende des Einsatzes mit einem Betäubungsgewehr geschossen werden, um eine Gefährdung der Tierretter auszuschließen.

Besonders schwer aufzufinden waren dem Anschein nach die wenige Tage alten Welpen. Fünf hatten die Tierretter bereits gemeinsam mit dem Muttertier in Sicherheit gebracht, als ein weiterer Welpe versteckt unter einer Bettdecke entdeckt wurde. Eine Mitarbeiterin des Moerser Teams steckte das Junge zunächst zum Wärmen unter ihre Jacke, bevor es wieder zur Mutter zurückgebracht werden konnte.

Wie Stadtsprecher Kölker mitteilte, hätten die Tiere insgesamt einen gesunden Eindruck gemacht. Dass die Hunde in nächster Zeit auf das Grundstück und zur Besitzerin zurückkehren, hält er für unwahrscheinlich.

Denkbar sei, dass die Halterin, die auch in der Vergangenheit, wie Nachbarn berichten, schon anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen haben soll, ein Verfahren einleitet. "Die Tiere werden aber in jedem Fall bis zum Ende eines solchen Gerichtsverfahrens im Tierheim verbleiben", so der Stadtsprecher.

Quelle: RP
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