| 00.00 Uhr

Krefeld
Polizei Wiesbaden erklärt sich zum Notruf-Vorwurf

Krefeld: Polizei Wiesbaden erklärt sich zum Notruf-Vorwurf
In diesem fensterlosen Vorratsraum hat sich Julian Timmer verbarrikadiert, als er verdächtige Geräusche im Haus wahrnahm und zu der Überzeugung gelangte, dass sich zwei Einbrecher im Haus befinden. Das Problem: Er hatte in dem Raum kein Handy-Netz. FOTO: Lammertz
Krefeld. Die Polizei Wiesbaden hat sich gestern zu dem Vorwurf geäußert, einem Anrufer bei einem Notfall in Krefeld nicht geholfen zu haben.

Die Polizei hatte dem Anrufer, der einen Einbruch in Krefeld gemeldet hat, empfohlen, besser gleich bei der Polizei in Krefeld anzurufen - laut Bericht des Betroffenen mit den Worten, es würde 30 Minuten dauern, die Polizei in Krefeld zu informieren (wir berichteten). Wiesbaden räumt ein, dass die Gesprächsführung zu Irritationen geführt habe und intern nachbearbeitet werde.

Wie berichtet, hat der 18-jährige Julian Timmer im elterlichen Haus in Krefeld den Eindruck gewonnen, dass zwei Einbrecher ins Haus eingedrungen waren; er hatte sich daraufhin in einer Vorratskammer eingeschlossen, wo er keinen Handyempfang hatte, wohl aber über WLAN eine Internetverbindung. So alarmierte er seine Brüder; einer wählte daraufhin den Notruf und landete bei der Polizei in Wiesbaden. Dort fühlte er sich barsch abgefertigt.

Der betreffende Notruf sei aufgezeichnet und nach dem Eingang der Beschwerde erneut abgehört worden, berichtet nun ein Sprecher der Wiesbadener Behörde. "Festzustellen ist, dass der Beamte am Notruf der Polizei Westhessen die Empfehlung gegeben hat, dass der Betroffene unmittelbar den Notruf der Polizei in Krefeld anrufen solle", heißt es weiter, "der Beamte wollte verhindern, dass ein zeitlicher Verzug entsteht". Die Information, dass der Betroffene im Haus in Krefeld keinen Handyempfang hatte, sei dem Polizisten dort nicht mitgeteilt worden.

Wiesbaden macht geltend, dass es tatsächlich Zeit gekostet hätte, wenn der Beamte sich die Telefonnummer der Polizeidienststelle in Krefeld hätte heraussuchen müssen, um dort anzurufen. "Anschließend wäre es noch einmal erforderlich gewesen, den Sachverhalt zu schildern. Ob dies eine halbe Stunde gedauert hätte, kann von hier nicht beurteilt werden, jedoch hätte sich tatsächlich ein Zeitverzug ergeben", erklärte ein Polizeisprecher in Wiesbaden auf Anfrage.

"Auch wenn dem Beamten nicht bekannt war, dass es der betroffenen Person in Krefeld nicht möglich war den Notruf zu wählen, hätte zeitgleich eine Mitteilung an die zuständige Polizeidienststelle erfolgen sollen. Dies hätte die Irritation beim Anrufer verhindert. Daher wird der Vorfall in unserem Hause intern nachbereitet", heißt es weiter.

(vo)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Polizei Wiesbaden erklärt sich zum Notruf-Vorwurf


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.