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Krefeld
Krefelds Genießer-Wochenende: Pottbäcker trifft auf Streetfood

Pottbäcker Krefeld 2016 trifft auf Streetfood
Auf dem Pottbäckermarkt an der Dionysiuskirche fanden die Besucher allerlei Dekoratives, darunter auch Skulpturen wie die Kunst von Mia America aus den Niederlanden. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Gleich zwei Attraktionen lockten am Wochenende die Besucher in die Innenstadt: An der Königstraße erstreckten sich am Samstag "Die Märkte für Genießer", während an der Dionysiuskirche der Pottbäckermarkt seine 25. Ausgabe feierte. Von Esther Mai

Besonders großer Andrang herrscht am Mittag bei der Futterflotte. Hier gibt es Pulled Beef Sandwiches. Hört sich erstmal nach einem belegten Brötchen an, ist aber viel raffinierter als die Brote, die es Zuhause oder beim Bäcker gibt. Die Rinderschulter, mit der das Sandwich belegt ist, wurde 24 Stunden lang geschmort und mit einer hauseigenen BBQ-Sauce verfeinert. "Einfach köstlich!" Ptere Bursch hat fast eine halbe Stunde auf das Essen gewartet, aber er ist zufrieden. "Die lange Wartezeit hat sich absolut gelohnt. Ich habe selten so ein gutes Sandwich gegessen." Seine Frau Anna steht derweil bei den vegetarischen Gerichten an. Zum zweiten Mal. Die erste Portion musste sie mit ihrem hungrigen Mann teilen.

Für junge Leute ist der Streetfood-Markt besonders attraktiv. "In manchen Städten muss man Eintritt für solche Events zahlen - und auch noch die Gerichte. Hier kann man einfach mal schauen gehen und probieren", sagt Anja Merkenting. Die junge Frau arbeitet in Krefeld, wohnt aber in Viersen. Sie ist mit einigen Freunden unterwegs, die gerade aber noch auf Einkaufstour sind. Sie hält derweil schon einmal die begehrten Sitzplätze frei "Das ist der perfekte Ort für eine Mittagspause."

Deftig Fleischiges bot das Team des "Flying Butchmen" in seinem Streetfood-Truck an. Auf der Königstraße standen die außergewöhnlichen Wagen bei "Märkte für Genießer". FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Auch die umliegenden Cafés und Restaurants profitierten von dem Ansturm und dem guten Wetter. In den Außenbereichen sind alle Tische besetzt, die Menschen genießen den warmen Tag in der Sonne. Sie kaufen auf dem Markt ein oder kleiden sich für den Sommer ein. Und schleppen diverse Einkaufstaschen mit nach Hause. "Wir sind sehr zufrieden", sagt Doris Evers. Die Personal- und Organisationsleiterin von Galeria Kaufhof spricht von einem guten Kundenandrang. "Und aufgrund des schönen Wetters hatten alle gute Laune." Besonders gefragt seien Muttertagsgeschenke gewesen.

Unweit der Königstraße hat noch ein zweiter Markt seine Pforten geöffnet. Bereits zum 25. Mal bieten Händler am Samstag und Sonntag zeitgemäßes Keramikdesign, Kunsthandwerk, weißes Porzellan und traditionelle Ware auf dem Pottbäckermarkt an.

Zum Reinbeißen: Patrick Loest von "foods by Gezeiten Haus" zeigt, was für ihn gutes Essen bedeutet. Es ist handgemacht und ohne industrielle Zusatzstoffe. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Während sich junge Menschen auf der Königstraße drängeln, hat hier die ältere Generation den Platz fest im Griff. Sie stöbern an den Ständen, die unterschiedlichste Keramik anbieten - von Tongefäßen, über Kunst bis hin zu Geschirr, das seinen Platz jeden Tag auf den Tisch finden kann.

Riesige Eulen starren die Besucher am Stand von Florian Noever an. Seit 25 Jahren ist er beim Krefelder Pottbäckermarkt mit einem Stand vertreten. Eulen bietet er seit 20 Jahren an, Nistkästen seit fünf Jahren. Die meisten seiner Objekte sind sehr schwer, die Leute kaufen weniger an seinem Stand, als bei anderen Künstlern. "Ich betrachte den Pottbäckermarkt als Werbeveranstaltung, wo ich neue Kunden gewinnen kann", sagt Noever. Außerdem freut sich der Krefelder darauf, Menschen zu sehen, die er ein ganzes Jahr nicht gesehen hat - andere Künstler, aber auch Kunden und Bekannte. Den Standort rund um die Dio-Kirche findet er prima: "Der Markt ist kleiner geworden, die Qualität ist damit aber gestiegen."

Da krabbelt was über den Pottbäckermarkt: Die Phantasie-Tierchen erschuf Ruth Kirch. Farbenfroh sind die Windspiele von Sibylle George. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Auch Sabine Krispin aus Dinslaken ist zufrieden mit dem Pottbäckermarkt. Im Gegensatz zu Florian Noever verkauft sie ihre Tassen und Teller ausschließlich auf Märkten und profitiert von den Stammkunden, die immer mal wieder an ihrem Stand vorbeischauen. "Ich bin gerne hier in Krefeld. Besonders, weil die Leute so freundlich sind", sagt die Pottbäckerin.

Plötzlich sind ein lauter Knall und ein Klirren zu hören. Die Köpfe der Händler schnellen rum. Das Schlimmste, was passieren kann, ist passiert: Bei einem Stand sind die Keramiken umgefallen, die Scherben sind überall auf dem Boden verteilt. Bleibt zu hoffen, dass Scherben wirklich Glück bringen. Davon müsste der Händler angesichts des Scherbenhaufens um seinen Stand nun eine ganze Menge haben.

Dieses bunte Pferd ist von Klara Kallenbach aus Berlin. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Die Krefelder Veranstalter jedenfalls sehen den Markt als Glücksgriff. Marketingleiter Ulrich Cloos lobt die 25. Auflage des Pottbäckermarktes als "äußerst erfolgreich" und "qualitativ hochwertig".

Quelle: RP
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