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Krefeld
Kreissynode: Presbyter müssen mehr Aufgaben übernehmen

Presbyter müssen mehr Aufgaben übernehmen
Superintendent Pfarrer Burkhard Kamphausen. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Gesellschaftliche Veränderungen und demografischer Wandel verändern die Lage der evangelischen Kirche. In der Kreissynode begann das Nachdenken. Von Otmar Sprothen

Im Mittelpunkt der ersten Tagung der diesjährigen Kreissynode des evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen stand am Samstag in der Friedenskirche das gemeinsame Nachdenken über die Zukunft der Gemeinden: Von den 1963 Pfarrstellen, die derzeit im Rheinland besetzt sind, werden 2030 noch 553 Stellen übrig sein, wenn man die finanzielle Entwicklung und die altersbedingten Abgänge berücksichtigt.

Die rheinische Landeskirche will die Zahl der besetzten Stellen nicht unter 1000 sinken lassen. Vor diesem Hintergrund würde der Bereich der Kreissynode Krefeld-Viersen statt derzeit 70 nur noch 44 Pfarrstellen besetzen. Zwei Drittel dieser Stellen sollen Gemeindestellen sein, um den pastoralen Dienst in der Fläche nicht verkümmern zu lassen. Der derzeitige Schlüssel von 4000 Gemeindemitgliedern je Pfarrstelle soll sich nicht wesentlich verändern, allerdings werden sich die Bereiche pastoraler Seelsorge erweitern und die kirchliche Verwaltung soll konzentriert werden, um Synergien freizumachen. Das restliche Drittel verteilt sich auf Funktionsstellen in Krankenhäusern, Schulen und Haftanstalten.

Superintendent Burkhard Kamp-hausen sieht eine schwierige Zeit voraus: "Die Synodalen müssen für diese Situation frühzeitig sensibilisiert werden, denn zu wenige Studierende haben das Fach Evangelische Theologie gewählt. Assessor Michael Windhövel ergänzt: "Wir können bereits jetzt für jeden eine Stellengarantie aussprechen, der dieses Fach wählt." Der demografische Wandel der deutschen Gesellschaft schmelzt die Bevölkerungszahl bis 2030 auf 78 Millionen Menschen ab. Die wachsende Zahl von Einwanderern soll das Absinken der deutschen Bevölkerung bremsen, bringt ihre eigene Kultur und Religion mit, so dass die Zahl der evangelischen Christen im Rheinland 2030 von derzeit 107 000 auf etwa 90 000 abnehmen wird. Zudem rücken neben die traditionelle Familie Ein-Eltern- und Patchworkfamilien, auf die sich die Gemeindearbeit besonders einstellen muss. "Hier müssen wir unsere Missionsarbeit verstärken", forder Kamphausen.

Als Windhövel neulich zu einem Tauffest für ungetaufte Kinder am 30. und 31. Mai einlud, erhielt er 100 positive Rückmeldungen. Nicht wenige kamen von Alleinerziehenden, die die evangelische Kirche bisher mit dem traditionellen Bild der Vater-Mutter-Familie identifiziert hatten.

Das Referat der Synode hielt der rheinische Vizepräses Christoph Pistorius, bei der Landeskirche Leiter des Amts für Pfarrstellenentwicklung. Er forderte von den Presbytern und Kirchenkreisen mehr Kooperationen mit externen Institutionen und neue Formen regionaler Kooperation, um Spielräume zu eröffnen, die den Pfarrern mehr Zeit für die eigentliche Seelsorge ließen. Kamphausen ist mit den Arbeitsergebnissen der Synode zufrieden: "Heute haben wir gezeigt, dass das Burgdenken abnimmt."

Quelle: RP
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