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Krefeld
Prita Grealy Lieder erzielen Wirkung

Krefeld: Prita Grealy Lieder erzielen Wirkung
Sowohl in der Melodieführung von Prita Grealys Liedern als auch in ihrer gesanglichen Phrasierung war oft etwas von der soulig-bluesigen Schwere der großartigen Tracy Chapman zu spüren, FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Der Kulturpunkt Friedenskirche ist immer gut für ein Konzertjuwel der unspektakulären, aber hochkarätigen Art, und das wussten bei aller Sportbegeisterung viele Krefelder auch am Freitagabend zu schätzen, als Pfarrer Michael Windhövel die aus Australien stammende Singer/Songwriterin Prita Grealy auf der Bühne im Café begrüßte. Von Mojo Mendiola

Mit dem Song "By Your Side", den sie als Hochzeitsglückwunsch für ihre Schwester geschrieben hatte, eröffnete die junge Frau ihr Programm, und es wurde insgesamt ein Abend, an dem Künstlerin und Publikum sehr intensiv beieinander waren. Grealys warme Altstimme, mit viel Variationsspielraum nach oben und unten ausgestattet und absolut sicher geführt, ihr schlichtes, aber in Rhythmik und Anschlagstechniken doch abwechslungsreiches Gitarrespiel und ihre persönliche Ausstrahlung nahmen das Publikum schnell für sie ein. Und da sie außerdem auch noch kleine Geschichtchen zu ihren Songs erzählte, verfehlte keines der Lieder seine Wirkung.

"White Clouds" zum Beispiel entstand in ihrer Berliner Wohnung im neunten Stock, wo sie seit gut vier Jahren wohnt. Allzu oft ist sie allerdings nicht dort, denn sie tourt fast flächendeckend durch ganz Europa. Auch auf Kuba hat sie schon gesungen und dort einem Ort, an dem ihr ein Mangobaum morgens das Frühstück buchstäblich auf den Tisch warf, die sanfte Rumba "Las Tunas, You Make Me Smile" gewidmet. Wie eigentlich immer, spielte auch in ihren Songs die Liebe eine zentrale Rolle. In "Will You Be My Whisky Bottle" berauschte sie sich am Glück mit ihrem Liebsten, um in "Elephants And Tigers" von einer eher gescheiterten Beziehung zu singen - nachdem sie sich in der Ansage zuvor bei dem Verursacher ihres Kummers für die Inspiration bedankt hatte. "Blue For You" war ein zärtlicher Gruß an ihren Großvater auf dem Land, die Stadt Paris bekam ihre Hommage, und in "I Got The Fire" hatte New Orleans die Glut karibischen Souls hinterlassen.

Dezent unterstrich sie hier und da einen Refrain mit einem Stimmdoppelungseffekt, und manchmal gab sie ihrem Timbre durch verstärkten Druck auf die Stimmbänder einen schwarzen Touch. Sowohl in der Melodieführung ihrer Lieder als auch in ihrer gesanglichen Phrasierung war oft etwas von der soulig-bluesigen Schwere der großartigen Tracy Chapman zu spüren, an anderen Stellen aber auch von der bezaubernden Leichtigkeit der Fairground Attraction-Sängerin Eddie Reader, und im zweiten Set schimmerten mehrmals jazzig swingende Elemente durch. Aus dieser raffinierten Melange ergab sich immer wieder faszinierender Spannungsreichtum. Dazu kam die absolute Aufrichtigkeit in ihrem Vortrag, und man hätte eine Stecknadel fallen hören können, als sie ganz ohne Mikrofone ihr Lied "My Home" sang, in dem sie schon vor Jahren um Empathie für die zahllosen Flüchtlinge auf dieser Welt warb. Am Ende dieses stimmungsvollen Abends war dem Publikum eine Zugabe nicht genug.

Quelle: RP
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