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Krefeld
Protest im Rathaus gegen Praxis in der Ausländerbehörde

Krefeld. Die Verwaltungspraxis der Ausländerbehörde geriet am Dienstag erneut in die Kritik: Am Ostermontag um 22 Uhr hätten sich viele Personen vor der Ausländerbehörde eingefunden und dort - wie schon in der Vergangenheit üblich - übernachtet.

Das berichtete Ratsherr Andreas Drabben in einer Pressemitteilung. Die Klientel hoffe, auf diese Weise am folgenden Morgen schnell bedient zu werden. Dazu führten die Betroffenen selbst Wartelisten. 88 Personen, so die UWG, hätten gestern darauf gestanden. Nach der Türöffnung seien vom Ausländeramt nur 14 Wartenummern verteilt worden, und der Rest habe nach Hause gehen sollen. Daraufhin habe sich diese Gruppe auf den Weg ins Rathaus gemacht, um Oberbürgermeister Frank Meyer ihren Protest zum Ausdruck zu bringen. "Dieses Vorgehen der Ausländerbehörde ist unmenschlich", erklärt der Sprecher für Integration der UWG-Ratsgruppe, Ante Franjicevic. "Hier muss dringend eine Neuorganisation gestartet sowie für mehr Personal gesorgt werden", sagte Franjicevic.

Das sieht offenbar auch Verwaltungschef Frank Meyer ähnlich. Im Sachgebiet Asyl/Flüchtlinge der Ausländerbehörde seien aktuell angesichts von langfristig genehmigten Osterurlauben und kurzfristig hinzu gekommenen Erkrankungen weniger Mitarbeiter verfügbar. Für die Betreuung der noch zahlreichen Neukunden (die vorrangig erfasst werden müssen) und schon erfassten Personen, die erneut vorsprechen möchten, sei auch insgesamt mehr Personal als die grundsätzlich vorhandenen Mitarbeiter erforderlich, so dass sich ein Bearbeitungsrückstand gebildet habe. Alleine gestern hätten über 20 Neuzuweisungen bearbeitet werden müssen - neben den 14 Personen, die eine Wartenummer erhalten haben, erklärte Stadtsprecherin Angelika Peters.

Die Personen, die nicht unmittelbar im Fachbereich ihr Anliegen vortragen konnten, seien mit Tagesdatum erfasst worden, damit ihnen durch die Verzögerung keine Nachteile entstünden. Der aktuellen Situation werde jetzt mit maß- und verantwortungsvollen Verlängerungen im Bereich der Duldungen und Gestattungen Rechnung getragen. Außerdem werde die Möglichkeit geprüft, einige pensionierte Verwaltungsmitarbeiter zu reaktivieren, um den derzeitigen Bearbeitungsrückstand mit aufzufangen. Darüber hinaus habe die Verwaltung bereits 50 Prozent des aktuellen Ausbildungsjahrganges im gehobenen Dienst für den Bereich eingeplant.

(sti)
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